Am Oderteich (Harz)

Nach unserer netten Runde um das Torfhausmoor, sind wir noch einige Kilometer weiter gefahren und um den Oderteich herumgewandert. Dort bekommt man einen Eindruck wie Natur tatsächlich aussieht bzw. aussehen sollte: tote herumliegende Bäume, viele wilde Kräuter und eine Menge Insekten. Sehr schön anzusehen waren auch die Wege, welche von Wurzeln durchsetzt waren.

Besuch aus Skandinavien

Wer diesen hübschen Greifvogel für einen Mäusebussard hält, liegt leider daneben: Es handelt sich um einen Raufußbussard, der gerade aus Skandinavien bei uns angekommen ist, um hier zu überwintern. Die meisten kommen im November hier an, dieser hier gehört mit zu den ersten 🙂


Raufußbussarde sind meist etwas heller und weniger variantenreich gefärbt als Mäusebussarde, aber das ist ein unsicheres Bestimmungsmerkmal, da es auch Mäusebussarde in einer schneeweißen Morphe gibt. Wenn es die Lichtverhältnisse zulassen, sieht man beim Raufußbussard eine schwarze Endbinde am Schwanz und wenn man nah genug rankommt, auch die komplett befiederten Beine (Namensherkunft). Außerdem hat er längere Flügel als sein Verwandter, was bei diesem Individuum auf den Fotos, wirklich sehr stark aufgefallen ist – es handelt sich daher vermutlich auch um ein Weibchen, welche bei den Greifen generell größer als die Männchen sind.


Die meiner Meinung nach besten Bestimmungsmerkmale sind allerdings der Ruf und sein Verhalten. Der Ruf klingt wie das wehmütige Miauen des Mäusebussards, allerdings tremolierend. Das andere Merkmal hat damit zu tun, dass der Raufußbussard bei seiner Nahrungssuche über Feldern in den Rüttelflug übergeht, was der Mäusebussard >niemals< tut und generell für Vögel dieser Größe außergewöhnlich ist, da der Rüttelflug extrem anstrengend und kraftraubend ist. Unter “Rütteln” versteht man, dass ein Vogel durch seinen Flügelschlag auf der Stelle schweben kann; das kennt ihr sicher vom Turmfalken, der dies sehr häufig und ausgiebig tut.

Rund ums Moor

Fotos vom Rundgang um das Torfhausmoor im Harz. Alle Gewässeraufnahmen sind mit einem Polfilter gemacht worden.

Wer läuft denn hier hinauf?!

Wenn ein Vogel einen Baum hinauf läuft, als wäre es das normalste der Welt, dann muss es nicht zwangsläufig ein Specht oder Kleiber sein. Es gibt noch eine Vogelfamilie, die sich dieses außergewöhnliche Hobby zugelegt hat: Die Baumläufer.


Bei uns gibt es den Wald- und den Gartenbaumläufer, wobei letzterer der häufigere und auch auf den Fotos zu sehen ist. Die Unterscheidung zwischen beiden ist eigentlich nur per ruhigem Fotovergleich oder Vergleich des Rufes möglich, da sie sich verdammt ähnlich sehen.

Vogel des Jahres – mach mit

Etwas, das mich als Vogelfotograf (und Liebhaber) ebenfalls betrifft: Der NABU sammelt gerade Vorschläge für den Vogel des Jahres. Ich habe die Sumpfohreule nominiert, da sie nicht nur eine wunderschöne Eule und meine Lieblingseule ist, sondern da ihr Habitat (Moore, Sümpfe) samt dessen anderer Bewohner extrem bedroht ist: ca 95% aller Moore und Sümpfe wurden durch den Menschen in Deutschland trocken gelegt. Vor allem zur landwirtschaftlichen Nutzung, in früheren Zeiten für den Torfabbau.
Macht gerne mit und helft der Sumpfi!

Sumpfohreule mit einer Stimme unterstützen

Schwarzspecht im Harz

Heute was besonderes: Der Schwarzspecht!

Sie machen sich meist recht rar und sind wesentlich seltener als Bunt- oder Grünspechte und eigentlich nur in Naturschutzwälder anzutreffen, in Forstwäldern so gut wie gar nicht. Wenn überhaupt, denn oft bleibt einem nur, ihrem wirklich schönem Ruf zu lauschen. Die Wahrscheinlichkeit einen zu hören, ist tatsächlich größer als tatsächlich mal eines dieser wirklich hübschen Exemplare zu sehen. Ihr wunderschöner sehnsüchtiger Ruf (Tjüüüüüü) erinnert an eine Mischung aus Mäusebussard und einer Eule wie dem Sperlingskauz.

Auf den Fotos sieht man erst einmal das Männchen; übrigens daran zu erkennen, dass der rote Schopf ausgeprägter und länger als beim Weibchen ist. Der andere Schwarzspecht unten ist ein Weibchen (ein sehr ruffreudiges dazu), welches sich wirklich perfekt positioniert hatte. Schwarzspechte sind die größten europäischen Spechte und werden ungefähr so groß wie Rabenkrähen. Und ich finde, sie sind auch die schönsten. Daher bin ich auch sehr stolz und dankbar, dass ich sie so gut erwischen konnte.

🥰

Die ersten Wintergäste sind da!

Gestern (04.10.) war ich bei uns im Park und an der Saale unterwegs und konnte dort dann freudigerweise die ersten Wintergäste aus dem Norden sehen: Gänsesäger

Es sind im Prinzip Entenvögel mit Sägezähnen am Schnabel (Name), bei denen zumindest die Weibchen mindestens einmal in die Steckdose gefasst haben (Frisur).

Auf den Bildern kann man den gleichen Fehler machen wie zum Beispiel bei Stockenten: Alles für weibliche Tiere halten. Die Männchen tragen allerdings gerade ihr Schlichtkleid (auch Ruhekleid genannt) und sehen daher den Weibchen sehr ähnlich. Bei Stockenten kann man die Geschlechter dann am Schnabel unterschieden, bei den Gänsesägern an der Flügelbinde und an der Frisur.

Tanne+Meise=Tannenmeise

Das kleine quirlige Vögelchen von heute ist wieder eine Tannenmeise. Diese macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie sitzt tatsächlich in einer jungen Tanne.