Gut versteckt in der Wiese

Bei diesem kleinen Watvogel muss man schon genau hingucken, um ihn zu entdecken: die seltene Bekassine. Hier bei der Nahrungssuche waren sie noch verhältnismäßig gut zu sehen, beinahe unmöglich ist es jedoch, wenn sie ruhen und sich auf dem Boden versteckten. Dort bleiben sie mucksmäuschen still und regungslos sitzen und fliegen auch, dafür aber lautstark, im allerletzten Moment auf, wenn man „beinahe drauftritt“

Wenn man die Größenverhältnisse nur aus der Literatur kennt, wird man bei der ersten Sichtung doch erstaunt sein wie winzig sie mit ihren 25-27cm Körperlänge ist. Man darf dabei nicht vergessen, dass die komplette Schnabellänge bei dieser Angabe mit einbezogen wird und dieser macht bereits 5-7cm aus!

Damit man die Bekassine nicht mit der noch selteneren Zwergschnepfe, die hier allerdings nicht brütet, verwechselt, sollte man sich den Scheiten genau ansehen: Diagnostisch für die Bekassine ist ein einzelner heller Scheitelstreif in der Mitte, der von zwei dunklen umgeben ist. Die Zwergschnepfe dagegen hat keinen hellen Streifen in der Mitte.

Bekannt ist die Bekassine für ihre meckernden Instrumentallaute, die sie während der Balzflüge mit ihren abgespreizten Steuerfedern erzeugt. Das brachte ihr auch den volkstümlichen Namen „Himmelsziege“ ein.

In Küstennähe, so wie hier, kann man sie ganzjährig sehen. Im Binnenland kann man sie im Sommerhalbjahr in ihrem bevorzugten Habitat finden. Also in Mooren, auf Feuchtwiesen sowie in Nähe von Feuchtflächen mit Seichtwasserzone. Durch Trockenlegung ebendieser Flächen in vergangenen Jahrzehnten, ist der Bestand entsprechend geschrumpft und liegt heute bei 2.900-4.500 Brutpaaren. Tendenz ist leider, wie bei allen (Feucht)Wiesenvögeln, weiter stark sinkend.

Ich glaub’ meine Ente pfeift

Wenn man in Gewässernähe ein Pfeifen hört, ist wahrscheinlich eher nicht das sprichwörtliche Schwein, sondern wahrscheinlich die Pfeifente. Sie macht ihrem Namen alle Ehre und ihr Ruf ist tatsächlich ein Pfeifen.

Die Fotos zeigen einen Erpel im September, also noch im Schlichtkleid. Im Prachtkleid ist später wieder der markante gelbe Stirnstreifen zu sehen. Wenn nicht verdeckt (wie auf Foto 2 und 3) sieht man den grünen Spiegel im Flügelfeld (Foto 1). Auch der helle Schnabel mit schwarzer Spitze sowie der weiße Bauch sind verlässliche Merkmale der Pfeifenten.

Sie gehören zu den Gründelenten und suchen ihre Nahrung daher im seichten Wasser oder wie hier auf Wiesenflächen.

Löffler entspannt sich am Ufer

Diesen und weitere Löffler konnte ich letztes Jahr im September am bzw kurz vor dem Wattenmeer sehen und fotografieren. Hier waren sie gerade rastend, bevor sie weiter in Richtung ihrer Winterquartiere, die vom Mittelmeer aus bis in die Sahelzone reichen, aufbrechen.

Ihr Bruthabitat findet sich dort, wo es Flachwasser und ungestörte Brutplätze für ihre Kolonien gibt, in denen sie oft dicht an dicht auf Bäumen ihre Nester haben. In Europa sind sie sehr lückenhaft verbreitet, was auch auf landwirtschaftliche Entwässerungsmaßnahmen vergangener Zeiten zurückzuführen ist. Mittlerweile geht es seit einigen Jahren wieder steil aufwärts mit der Population sowie der Verbreitung. Mittlerweile sind wir in Deutschland bei mind. 850 Brutpaaren.

Weißes Z im Wasser

Da steht er wie ein weißes Z mitten im Wasser – der Silberreiher. Ähnlich seinem nahen Verwandten, dem Graureiher, jagt auch der Silberreiher von einer Ansitzposition oder langsam schreitend, nach Fischen, Amphibien oder kleinen Säugern. Silberreiher waren noch bis vor wenigen Jahren reine Wintergäste in Deutschland, mittlerweile gibt es aber auch einen steigenden Trend von hier brütenden Paaren.

So wie hier im September sieht der Schnabel im Schlichtkleid aus: Gelb mit leicht grünlichem Zügel (Schnabelgrund zwischen Auge und Schnabel). Zur Brutzeit im Sommer ist der Schnabel gänzlich schwarz und die Zügel eher leuchtend türkis.