Das Wahrzeichen der Müritz an der Müritz

Direkt an der Müritz, im Bereich des Nationalparks, ist dieser wunderschöne Fischadler an der Beobachtungshütte vorbeigeflogen. Der Geschlechtsdimorphismus ist bei Fischadlern in zumindest in der Gefiederzeichnung mal mehr und mal weniger klar erkennbar. Hier sehen wir ein Männchen: Der Brustfleck ist nur schwach sichtbar und auf den Unterflügeldecken am Bereich der Schwungfedern sind keine “Klaviertasten”-Muster wie beim Weibchen zu erkennen. Die Männchen sind durchschnittlich außerdem ca. 15% kleiner als die Weibchen.

Mit aktuell 700-750 Brutpaaren in Deutschland und einem sehr positiven Trend, hat der Fischadler dank massiver Schutzbemühungen seine schwierigsten Zeiten hinter sich gelassen.

In 4 Unterarten, welche leichte Variationen in der Gefiederfärbung und im Verhalten (Brutplatzwahl bspw.) aufweisen, kommt der Fischadler auf jedem Kontinent außer der Antartkis vor.

In Europa (und auf gleichen Breitengraden in Asien und Nordamerika) sind Fischadler ausgesprochene Zugvögel, sodass man sie zur Zugzeit ab August und vor allem im September, auch außerhalb ihres typischen Brut-Gebietes mit etwas Glück mal antreffen kann – vorrangig natürlich an einem Gewässer, wo sie sich den einen oder anderen Fisch zur Stärkung gönnen.

Kleiner und ganz kleiner Karrekiet

Auf den ersten drei Fotos aus dem Juni seht ihr den adulten Teichrohrsänger, die folgenden Fotos zeigen den juvenilen Vogel, ganz in der Nähe.

Da Teichrohrsänger insektivor leben, sind sie gezwungenermaßen Zugvögel, die in Afrika überwintern – also typische Langstreckenzieher. Sie ziehen dabei bereits ab Juli und überwiegend nachts. Dabei schaffen sie in einer Nacht bis zu 188Km – bei einer Körpergröße ähnlich der eines Sperlings! Die bisher maximal erreichte 24h Distanz wird mit 303Km beziffert.

Ganz aufgeregt mit vollem Schnabel

…war diese Bachstelze. Wir waren im Müritz-Nationalpark in einer Beobachtungshütte am See in einem Moorgebiet – Dort sind übrigens auch die Kormoranbilder von neulich entstanden.

Jedenfalls kam dann irgendwann diese Bachstelze auf das Geländer der Hütte, trippelt hin und her, Schnabel voller Insekten und Raupen, hat aufgeregt mit dem Schwanz gewippt und immer irgendwohin geschaut.

Nachdem einige Fotos gemacht wurden und sich gezeigt hat, dass die Bachstelze dort nicht aus Zufall war, sind wir darauf gekommen, dass sie in der Hütte wohl eine Brut zu versorgen hat. Sie hat in dem Moment mit 2 inneren Antrieben gerungen: Jungen füttern, aber auch Bodenfeinden (Menschen) nicht den Standort des Nestes verraten.

Also sind wir raus und haben vorsichtig hineingelunst und tatsächlich: so war es dann auch. Das Nest war hübsch zwischen Dachbalken gebaut und dort haben 4 verfressene Nestlinge auf Nachschub gewartet.Weiter zu bleiben bzw immer raus zu gehen, wenn eine der beiden Bachstelzen-Eltern kamen (waren beide extremst fleißig), hat keinen Sinn gemacht, da sie wirklich alle 30s ankamen. Also Abmarsch und noch die entgegenkommenden Wanderer darauf hingewiesen.

Noch verrückter waren nur die Rauchschwalben in einer anderen Beobachtungshütte, die sich an Leuten gar nicht gestört haben und – ohne Witz – wenige Zentimeter neben dem eigenen Kopf mit Vollspeed hineingeschossen kamen Aber das ist eine andere Geschichte

Familie Blässhuhn tuckert auf dem Gewässer herum

Ein paar friedliche Fotos von der Familie Blässhuhn. Die Kleinen mit dem Dunengefieder nennt man Pulli bzw im Singular Pullus. Pulli passt ja ganz gut zu ihren warmen Daunen

Das Blässhuhn durchläuft beim Heranwachsen eine interessante Entwicklung des Gefieders. Als Dunenjunge (Pulli) haben sie eine dunkle Grundfärbung mit sehr vielen gelben, orangen und roten Flusen am Kopf. Mit dem Jugendgefieder bekommen sie viel weiß und grau ab.

Und als Adulte schließlich haben sie dann wieder ein ganz anderes aussehen, so wie wir es kennen vom Blässhuhn: Schwarzes Gefieder, blassrosa Schnabel, Blässe an der Stirn und rote Augen.

Eleganter Jäger

Mit einem Bestand von ca 9.000 Brutpaaren ist die Flussseeschwalbe nicht gerade ein besonders häufig zu sehender Vogel. Der Namensanteil “Schwalbe” der Seeschwalben bezieht sich auf ihren eleganten und schnellen Jagdflug sowie den gegabelten Schwanz, ansonsten sind sie mit Schwalben nicht näher verwandt, sondern eher mit den Möwen.

Seeschwalben sind bekannt dafür ihre Brutkolonien eisern zu verteidigen: Wer ihnen zu nahe kommt, dessen Kopf wird zur Zielscheibe ihrer Angriffe. Das musste bei unserer Tour im Juni auch eine weibliche Rohrweihe erfahren, die vorbeigeschaut hat, ob es auf der Brutinsel was leckeres zu holen gibt….nun, das hat sie sich dann schnell anders überlegt.

Der kleine Karrekiet

So heißt der Teichrohrsänger zumindest im Volksmund – abgeleitet von dem knarzenden und rhythmischen Gesang des Vogels. Zu finden ist der recht häufige Teichrohrsänger überall dort, wo es dichte Schilfbestände an Gewässern gibt.

Auch, wenn man sie gut hören kann, ist es doch nicht immer leicht sie zu sehen, geschweige denn, anständige Fotos hinzubekommen. Denn oft tragen sie ihre markanten Gesänge versteckt aus dem Schilf heraus vor.

Der Nestbau der Teichrohrsänger ist eine Kunst für sich, denn dieses wird zwischen den Halmen des Schilfs hängend gebaut. Bei dieser Art ist allein das Weibchen für den kompletten Nestbau verantwortlich und baut das Nest mit einer besonders tiefen Mulde, damit auch bei heftigem Wind der Nachwuchs nicht hinaus fällt.

Bei den verschiedenen Rohrsängern besteht untereinander eine große Verwechslungsgefahr. Neben dem Habitat, der Geografie und guten Fotos, sind vor allem die Rufe und Gesänge die größte Hilfe bei der Bestimmung. Da alle Rohrsänger bei uns ausgesprochene Zugvögel sind, wird man diese aber erst wieder im Frühling vernehmen können.

Falter Anfang September

Heute gibt noch einmal ein paar Falter-Fotos, die ich Anfang des Monats gemacht habe.

Foto 1&2 zeigt die Gammaeule: Ein Nachtfalter mit einer Zeichnung auf dem Flügel, die dem griech. Buchstaben “Gamma” ähnelt. Es gibt noch einige sehr ähnliche Arten, aber Gammaeule dürfte wahrscheinlich stimmen.

Foto 3 ist ein Kohlweißling, wahrscheinlich ein kleiner.

Die restlichen Fotos zeigen den Grünader- bzw Rapsweißling. Am einfachsten anhand der Flügel-Unterseite von anderen Weißlingen zu unterscheiden: Die schwarzen Schuppen liegen direkt auf den Adern.

Lachen oder Lachen?

Die Möwe, die nicht nur unsere mit Abstand häufigste ist, sondern auch für Laien einfach zu erkennen, ist die Lachmöwe. Ihren dunkelbraunen Kopf trägt sie allerdings nur im (adulten) Prachtkleid, im Schlichtkleid ist der Kopf weiß und hat einen verwaschenen schwarzen Fleck am Ohr. Auf dem ersten Blick ähnelt sie dann der Sturmmöwe.

Lachmöwen sind nicht nur an Küsten, sondern vor allem auch an Binnengewässern zu sehen und damit kommen wir auch zum Namen: Ihre Rufe klingen nicht wirklich nach einem Lachen und ob diese Rufe andere Vögel zum Lachen bringen, ist sicher auch fraglich.

Auch wenn man den Namen Lachmöwe für gewöhnlich wie beim schnenkelklopfenden “Lachen” ausspricht, hat die Herkunft wahrscheinlich eher etwas mit “Lachen” (Sprich: Laahchen) zu tun; also stehenden Binnengewässern. Genau die Orte, wo man die Lachmöwe antreffen kann und andere Möwen eher Ausnahmen sind.

Klassischer KBW

…ist der ZilpZalp. Die Abkürzung steht für “klein, braun & weg” und wird scherzhaft für solche hektischen und unruhigen kleinen Vögel wie den ZilpZalp benutzt.


Er ist der häufigste Vogel Mitteleuropas und zur Zeit kann man auch hören wie er unermüdlich seinen Namen singt: ZilpZalpZilpZalpZilpZalpZilpZalp

Das erste Individuum habe ich im April erwischt, den anderen im Herbst letzten Jahres.

Endlich mal eine andere Stelze

Die Bachstelze sieht man ja häufig, letztens habe ich dann endlich mal Gebirgsstelzen entdeckt – am Saaleufer. Daran sieht man auch, dass der Name hier etwas irreführend ist, denn es sind keine typischen Gebirgsvögel, dafür immer an Flussufern zu sehen.

Sie gehören zur gleichen Gattung wie die Bachstelze – was man am Verhalten und Körperbau auch gut erkennen kann. Mit dem Schwanz wippen sie auch immer gerne lustig herum 😄

Das Männchen ist übrigens (vor allem) am schwarzen Kehlfleck zu erkennen.