Was raschelt da im Baum?

Beim Urlaub an der Müritz waren wir im Garten unseres Ferienhauses plötzlich nicht mehr alleine: Vom Baum im Nachbargrundstück aus kam Besuch vorbei – 2 Stück gleich Mit Räubermaske, Kulleraugen und Katzenohren ist klar, wen wir hier sehen: Waschbären, höchstwahrscheinlich junge.

Der Waschbär ist eine Art, die ursprünglich allein in Nordamerika beheimatet war. Mit der typischen Überheblichkeit des Menschen fanden es die Leute in den 1920ern sinnvoll, Waschbären in Farmen in Deutschland zu halten, um Pelze aus ihnen zu machen. Es überrascht nicht, dass einigen die Flucht gelang. Zudem wurden weitere absichtlich von Jägern entlassen, um die Jagdstrecke zu erweitern und zu guter Letzt wurden auch einige Individuen freigelassen, als Farmer zu Kriegszeiten kein Futter mehr hatten.

Das alles hat dafür gesorgt, dass sich der Waschbär dank des Menschen hierzulande ausbreiten konnte, also zum klassischen Neozoon geworden ist. Ohne natürliche Feinde, opportunistisch, clever und als Allesfresser sowie Kulturfolger hat er es geschafft, sich in der Fauna zu etablieren und den einheimischen Arten zusätzlich zum Druck der natürlichen Feinde und zum Lebensraumverlust durch den Menschen, noch weitere Probleme zu bereiten.

Gekleidet in Rot oder Schwarz

An diesem Tag Ende März haben es die Eichhörnchen gut mit mir gemeint und sich fein in Pose geworfen. Das erste, rote Eichhörnchen, frisst gerade die Früchte eines Berg-Ahorns, das zweite frisst…etwas anderes

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, gehören die schwarzen Eichhörnchen zur gleichen Art wie die roten und sind somit auch heimisch in der Fauna. Es ist lediglich eine andere Farbvariation des Fells, in der Biologie auch Morphe genannt. Bekannt für verschiedene Morphen ist bspw. auch der Mäusebussard.


Wenn also von eingeschleppten bzw amerikanischen Eichhörnchen die Rede ist, ist damit das Grauhörnchen gemeint. Das ist tatsächlich ein Neozoon, aber eben auch eine ganz andere Art.