Hat einen Bärenhunger

Hat einen Bärenhunger

Dieser Russische Bär (Euplagia quadripunctaria), mitunter auch Spanische Flagge genannt, war gerade ordentlich am Nektar rüsseln. Ein Großteil der Falter der Bärenspinner (Arctiinae) fliegt nur nachts, der Russische Bär gehört zu den tagaktiven Nachtfaltern, d.h. er ist auch am Tag aktiv.

Dieses Jahr konnte ich schon einige Blüten besuchende und umherfliegende Russische Bären sehen. Immer wieder einer schöner Anblick

Seltener und interessanter Falter fast vor der Haustür

Auf einem kleinen Stück Wiese in Saalenähe, welches sorgsam bewirtschaftet wird, gibt es Vorkommen vom Großen Wiesenknopf.

Das wiederum zieht einen seltenen Falter magisch an, den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling.

Die Flugzeit ist gerade einmal im Juli und August und an die Entwicklung vom Großen Wiesenknopf gekoppelt.

Am Namen kann man schon einiges ablesen: Es handelt sich um einen Bläuling und seine wichtigste Nahrungspflanze ist der Große Wiesenknopf. Dort saugt er nicht nur Nektar, sondern legt vor allem die Eier seiner Raupen an knospende Blüten ab, damit die Raupen dann zur rechten Zeit schlüpfen und sich von Blüten und den noch unreifen Früchten ernähren können. Auf einigen Fotos kann man das Weibchen direkt bei der Eiablage sehen

Und damit kommen wir auch zur Ameise: Nach dem großen Fressen lassen sich die Raupen fallen und warten auf ihre Wirte, die Knotenameisen. Dank eines zuckerhaltigen Sekrets der Raupen, was den Ameisen gerne zu sich nehmen und der Imitation vom Nestgeruch der Ameisen, werden sie nicht nur in deren Bau getragen, sondern halten sich dort bis zur Verpuppung auf.

Dabei ernähren sie sich, unbehelligt von den Ameisen, von den Larven ihrer Wirte.

Nach der Verpuppung muss es allerdings schnell gehen, denn dann können die Falter keine Ameisenpheromone mehr produzieren und müssen schnell das Weite suchen, bevor sie von den Ameisen attackiert werden.

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling steht in Deutschland auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Er ist eine bundesweit und europäisch besonders geschützte Art.

Buntes Getier im Juni

Heute gibt’s mal alles außer Vögel und was aktuelles

Die Fotos sind Anfang Juni entstanden, als ich ein Feuchtgebiet in der Nähe besucht habe, welches an Wiese und Wald grenzt.

Fotos 1-3: Der Hartheu-Spanner, auch Schwarzaderspanner genannt. Auf den ersten Blick besteht Verwechslungsgefahr mit dem Baumweißling, der aber einer ganz anderen Familie angehört und sich bei genauerer Betrachtung dementsprechend unterscheidet.

Foto 4: Dieser hübsche und größere Schmetterling hat mir doch einiges an Kopfzerbrechen bereitet, da es schon ein sehr abgeflogenes Individuum ist und dementsprechend viel an Farbe verloren hat: Es ist ein Männchen des Rotrandbär. Als frische Imagos sind diese Gelb mir roten Adern und knallroten Rändern. Ihr seht ja nun wie dieser aussieht

Foto 5: Den wollte ich schon lange mal sehen: Das Weißbindige Wiesenvögelchen.


Foto 6: Sehr häufig, da er auf die namensgebende häufige Pflanze angewiesen ist: Der Brennnessel-Zünsler. Wie so einige Nachtfalter versteckt er sich tagsüber unter Blättern, in dem Fall, der Brennnessel. Daher dürfte er vielen von euch sicher nicht bekannt sein.

Foto 7: Die unglaubliche schöne Blauflügel-Prachtlibelle, hier ein Männchen.

Foto 8: Kein Insekt, dafür ein Reptil: Eine Waldeidechse, die sich zusammen mit Artgenossen in der Sonne auf einem Stück Totholz aufgewärmt hat.

Der Klassiker unter den Faltern ;)

Vom Zitronenfalter konnte ich bei der Tour um die Mager-Trocken-Kalkrasen so viele Fotos machen, dass er einen eigenen Beitrag bekommt. Auf den ersten Bildern lutscht er die Blüten des Gartengeißblattes, einer Art Liana, aus, auf den letzten Bildern hängt er am schönen Hufeisenklee.

Tag- und Nachtfalter im Mai

Heute geht es weiter mit Schmetterlings-Fotos, die auch Mitte Mai im Naturschutzgebiet mit den Orchideen entstanden sind. Bei Schmetterlingen denken die meisten Leute an die großen und bunten Tagfalter, die größte Gruppe sind jedoch die Nachtfalter – davon sind heute u.a. auch einige dabei.

Bei genauerer Betrachtung zeigen selbst die eher farblosen Arten ein faszinierendes Repertoire an Musterungen und einige sind gar nicht so farblos wie man gemeinhin denkt. Allerdings sollte man schon genau auf seine Umgebung achten, da viele tagsüber ruhen und auch verdammt klein sind.


Nur falls ihr ihn vermissen solltet: Vom Zitronenfalter konnte ich soviele Fotos machen, dass ich euch diese im nächsten Beitrag zeigen möchte.

Foto 1-3: Die Braune Tageule. Einer der Eulenfalter, den man sehr oft sehen kann

Foto 4: Das – Achtung – Buschrasen-Grasmotteneulchen Was für ein Name. Ein hübscher Nachtfalter, den wir noch nicht kannten.

Foto 5&6: Der Dunkle Dickkopffalter auch Kronwicken-Dickkopffalter genannt. Diese Familie ist am markanten und namensgebenden Körperbau gut zu identifizieren.

Foto 7: Schwanenfeder-Miniermotte. Hier sieht man sie in ihrer Ruhestellung, was schon sehr niedlich ausschaut.

Foto 8: Ein etwas abgeflogener Faulbaum-Bläuling. Die Unterseite der Bläulinge ist bei der Bestimmung oftmals das wichtigste Merkmal.

Foto 9: Der sehr kleine und sehr schöne Gitterspanner

Foto 10: Der Johanniskrautspanner – Diese Artbestimmung ist ein Artenpaar aus 2 Arten, die äußerlich kaum zu unterscheiden sind. (Sandheiden- und Großer Johanniskrautspanner)

Foto 11&12: Das häufige und hübsche Kleine Wiesenvögelchen. Schaut auf Fotos aus wie das Große Ochsenauge, ist draußen im Feld aber aufgrund der Winzigkeit unverwechselbar.

Foto 13: Ein Schmalflügel-Weißling (Senf- oder auch Tintenfleck-Weißling) – hier haben wir es mit einem Artenkomplex zu tun, denn gleich 3 nahe verwandte Arten sind rein äußerlich kaum zu unterscheiden.

Foto 14: Zwerg-Bläuling – der kleinste Tagfalter Mitteleuropas!