Überall zu hören

Einer unser häufigsten Brutvögel, der sich um Platz 1 bei der Häufigkeit mit der Amsel streitet, ist der Buchfink. Nicht umsonst sagt man: “Wo es einen Baum gibt, gibt es Buchfinken.”

Auf dem ersten Bild seht ihr ein Männchen im blasseren Schlichtkleid, das war Anfang des Jahres. Bild 2 zeigt ein Männchen im Prachtkleid aus dem letzten Sommer und Bild 3 das Weibchen.


Die Buchfinken-Weibchen wirken recht schlicht, einfach braun und sind auf den ersten Blick vielleicht mit einem Haussperling, Grünfink oder (noch fieser einem weiblichen Bergfink) zu verwechseln. Hier hilft ein Blick auf die Flügelbinde, daran kann man sofort das typische Muster ausmachen, welches bei Männchen und Weibchen gleich ist.

Artisten beim Fressen

Heute ein anderer Vertreter der Finken-Familie: Der Erlenzeisig.

Wie alle Finken ernähren sie sich hauptsächlich von Samen bspw. aus Erlenzapfen, Fichtenzapfen, Birken-Kätzchen und vielen anderen. Zur Brutzeit werden auch mal Insekten gefangen und verfüttert, aber primär sind Finkenvögel immer auf der Suche nach Sämereien.

Wie man auf den Fotos sieht, tun sie dies gerne in allen möglichen und unmöglichen Posen. Erlenzeisige kopfüber an einem kleinen Zapfen hängend zu beobachten, ist daher eher die Regel als Ausnahme.

Kleckern beim Essen

Heute gibt es die beliebten Stieglitzer Außerhalb der Brutzeit immer in piepsenden Trupps unterwegs, muss man meist weiter nach oben in die Bäume schauen, um sie zu erkennen.


Hier ist der Stieglitz mit den Samen einer Schwarzerle beschäftigt. Die im Winter ausgetrockneten Zapfen mit den Samen dienen vielen Vögeln als wichtige Nahrungsquelle im Winter, da das Angebot von Sträuchern und Bäumen dann ja bekanntermaßen recht mager ausfällt. Schwarzerlen sind sehr tolerant gegenüber durchnässte Böden und sind daher ein typischer Baum der Moore oder in der Nähe von Ufern zu finden. Wenn man im Winter Vögel wie den Erlenzeisig oder Stieglitz sehen will, sollte man schauen, wo (Schwarz)Erlen wachsen.

Mal wieder ein Allerweltsvogel

Heute gibt es mal wieder einen “Klassiker”: Die Kohlmeise. Bekanntermaßen gehören diese ja zu den Singvögeln, oder richtiger: zu den Sperlingsvögeln (Passeriformes).

Ein Großteil der Kohlmeisen ist mittlerweile fleißig im Brutgeschäft und bei den Sperlingsvögeln gibt es etwas interessantes dazu zu erzählen. Was bei den Jungvögeln oben reinkommt, muss zwangsläufig auch wieder unten raus. Praktischerweise tun sie dies in einem sogenannten Fäkalsack. Eine Art Schleimhaut, die den Kot transportsicher verpackt und auch eine Barriere gegen nach außen dringende Bakterien darstellt. Die Elterntiere können den Fäkalsack dann einfach nach draußen abtransportieren. Sobald die Jungen flügge sind, erledigen sie ihr Geschäft ganz normal wie die Altvögel. Tolle Erfindung von der Natur.

In voller Pracht

Meine letzten Fotos von den Gänsesägern waren recht früh im Winter und dort trugen sie noch ihr Schlichtkleid. Die heutigen Fotos habe ich im Januar gemacht und dort haben sie zur anstehenden Balz bereits in Prachtkleid gemausert. Hier die alten Bilder, auf denen auch die Männchen ein fast exaktes Gefieder wie die Weibchen trugen.


Auch bei den Weibchen hat sich etwas getan: Ihre “Frisur” sieht nicht mehr ganz so aus, als hätten sie in eine Steckdose gegriffen
Übrigens: Gänsesäger sind nicht nur Höhlenbrüter, sondern brüten vor allem in Baumlöchern. Das würde man bei so großen Vögeln auf den ersten Blick sicher nicht vermuten.

Der König hinterm Zaun

Was soll man da noch sagen? Der Zaunkönig hat sich hinter dem Zaun versteckt, daher wohl der Name? . Das Entdecken ist bei den kleinen Hektikern gar nicht so einfach. Meist hört man sie im Gestrüpp, am Totholz an Uferböschungen oder in Bodennähe in Hecken und Sträuchern entweder rufen oder rascheln. Dann heißt es aufmerksam auf eine Bewegung zu achten – wenn man ihn dann gesehen hat, ist er meist schon wieder im Gestrüpp verschwunden. Aber manchmal klappt es dann doch mit einem Foto.

Kleine Gäste aus dem Norden

Die niedliche Schwanzmeise hatten wir ja schon einmal. Das war die hier brütende mitteleuropäische Unterart. Heute gibt es die nordeuropäische Unterart, die ihren Winter bei uns verbringt und die ich im Februar dieses Jahres abgelichtet habe. Leicht zu erkennen ist sie am weißen Kopf und wird daher auch Weißköpfige Schwanzmeise genannt.


Mittlerweile gibt es aber auch Hybridformen, hervorgegangen aus Paarungen der beiden Unterarten.

Artisten-Pause

Da die allseits bekannte (und beliebte) Blaumeise eindeutig zu den Standvögeln zählt, sieht man sie auch jederzeit im Winter. Vor allem wenn die Bäume kahl sind, kann man ihre Tischmanieren gut beobachten: kopfüber, hängend, kletternd, keine Stellung scheint zu unbequem. Da hat sie eindeutig Gemeinsamkeiten mit dem Erlenzeisig.


Ob sie dabei auch Spaß hat, kann man schwerlich sagen, aber in jedem Fall kommt sie so gut an schwer erreichbare Sämereien. Bei einem Gewicht von gerade einmal um die 11g hat sie es auch – im wahrsten Sinne des Wortes, dabei nicht so schwer.

Die Meise auf den Fotos hatte sich aber, für den Moment zumindest, eine etwas bodenständigere Art der Nahrungssuche gewählt

Der Feldsperling

Wenn vom “Spatz” die Rede ist, ist damit der Haussperling gemeint. Heute geht es um seinen nahen Verwandten: Den Feldsperling. Der Name passt, denn im Gegensatz zum Haussperling, bewohnt dieser Feldränder und ist in Siedlungen eher nicht anzutreffen.

Zum Feldsperling gibt es noch eine ebenso lehrreiche wie erschreckende Anekdote zu berichten. Und zwar aus China: Unter Mao wurde Ende der 50er Jahre beschlossen alle “Plagen” auszurotten. Den Feldsperling als vermeintlichen Erntevernichter zählte man ebenso dazu. Die ganze Bevölkerung wurde zu diesem unvorstellbaren Vernichtungskreuzzug aufgerufen. Zeitzeugen berichten, dass man vor allem durch das Aneinanderschlagen von Töpfen und Gongs die Sperlinge immer wieder aufscheuchte, bis sie vor Erschöpfung starben. Auch wurden Nester restlos geplündert. Die Ausrottungskampagne war so erfolgreich, dass viele Insekten, deren Bestände zuvor vom Feldsperling stabil und in Schach gehalten wurden, regelrecht explodierten und viele Felder kahl gefressen wurden. Das war nicht der einzige, aber einer der Hauptgründe, warum daraufhin eine gewaltige Hungersnot über China hereinbrach. Die Situation war so katastrophal, dass man sich gezwungen sah Zehntausende Feldsperlinge aus der damaligen Sowjetunion zu importieren, um den Insektenplagen Herr zu werden. Bis heute haben sich die Populationen der Feldsperlinge in China nicht erholt.

Das ganze bleibt so ein Lehrstück über anthropogenen Größenwahn und die Verzahnung und Verkettung ökologischer Zusammenhänge, in die man nicht von Heute auf Morgen folgenlos eingreifen kann. Das aktuelle Vogelsterben sollte uns also deutlich wachrütteln, wenn man die Verluste allein seit den 1980ern von vor allem Feldvögeln betrachtet: Rebhuhn -91%, Kiebitz -93%, Feldlerche -55%, Braunkehlchen -57%.

Der Trommler

Unseren bekanntesten und häufigsten Specht kennt ihr ja alle: Den Buntspecht. Auf den Fotos sieht man ein Weibchen. Dies erkennt man daran, dass sich im Gegensatz zum Männchen kein roter Fleck auf dem Kopfgefieder befindet.

Das Trommeln der Spechte, was man zur Zeit auch oft vernehmen kann, hat übrigens nichts mit der Nahrungssuche oder dem Nestbau zu tun – es dient der Kommunikation und wird von beiden Geschlechtern benutzt. Der Specht sucht sich dafür gezielt einen Ast oder Stamm, der sich als Resonanzkörper eignet und übermittelt damit Informationen zum Revier oder zur Partnersuche. Die Kopfanatomie ist dabei so aufgebaut, dass sich der Specht dabei nicht verletzt (Stoßdämpfersysteme sowie ein fest eingebettetes Gehirn).