Gartenbaumläufer im Winterwald

Beim ersten (noch schönen) Schneefall Anfang des Jahres sind mir ein paar hübsche Nahaufnahmen vom Gartenbaumläufer geglückt. Schien es mir anfangs noch fast unmöglich Wald- und Gartenbaumläufer zu unterscheiden, so habe ich mittlerweile 2 sichere Merkmale für mich gefunden: Der Gartenbaumläufer hat einen längeren gebogenen Schnabel und die Flügelbinde hat bei der helleren Zeichnung nicht so scharf abgegrenzte Treppen wie beim Waldbaumläufer. Letzterer kommt auch eher tiefer im (Nadel)wald vor.

Im Gegensatz zum Kleiber können die Baumläufer nicht kopfüber den Baum wieder herunterlaufen. Sie laufen auf der Suche, nach unter Rinde verborgener Insekten, spiralförmig nach oben und wenn sie oben angelangt sind, fliegen sie zum nächsten Baum nach unten an den Stamm, um wieder von Neuem hinaufzuklettern.

Krähen im Abendlicht

Heute mal etwas stimmungsvolle Bilder: Rabenkrähen im Abendlicht. Außer Bild Nr.3: Dort seht ihr die ultimative Coolness. Ich meine, Fliegen zu können, ist schon cool, aber sich beim Fliegen auch noch ganz entspannt mit seinen scharfen Krallen am Auge zu kratzen – sehr lässig oder auch fahrlässig

Turmfalke bei der Jagd

Die letzten Fotos vom Turmfalken haben den Terzel (Männchen) beim Ansitz gezeigt. Heute gibt es das Weibchen bei der Jagd. Dass Falken biologisch und evolutionär nicht zur Ordnung der Greifvögel gehören und damit auch einige besondere Merkmale aufweisen, schrieb ich schon das letzte Mal. Eines dieser Merkmale ist der sogenannte “Falkenzahn”. Dies ist ein Zacken in der Form des Oberschnabels, der dabei hilft der Beute schnell und effizient das Genick zu brechen. Richtige Greifvögel wie Habichte, Bussarde oder Adler töten ihre Beute dagegen, indem sie ihre Beute durch bloße Kraft ihrer Fänge erdrosseln oder durch die scharfen und kräftigen Krallen töten


Auch beim Verhalten gibt es viele Unterschiede. Etwas anthropomorphisch gesehen, kann man sagen, dass es bei Falken weniger “rabiat” im Nest zugeht. Kainismus (Das Töten der Geschwisterküken) kommt nicht vor und das Männchen ist auch wesentlich aktiver an Brut und Fütterung beteiligt als bei Vögeln aus der Ordnung der Greifvögel.

Turmfalken sind unsere häufigsten Falken und wahrlich schön und elegant anzusehende Tiere

Schwarzkehlchen

Ein nicht ganz so bekannter Vogel mit einer wechselhaften (Bestands)Geschichte bei uns: Das Schwarzkehlchen


Mitte letzten Oktober waren wir in einem Naturschutzgebiet des NABU unterwegs, in welchem zum Teil eine natürliche Beweidung gegen Verstrauchung stattfindet und ein (eingezäunter) Feuchtwiesenteil in Ruhe gelassen wird. Dort haben wir dann, kurz vor dem Wegzug, das Glück gehabt Schwarzkehlchen anzutreffen.

Die Bestimmung gestaltet sich gerade bei den Weibchen einigermaßen schwierig, da sie dem Braunkehlchen sehr ähnlich sehen, aber hier haben wir es definitiv mit Schwarzkehlchen zu tun. Die kräftigeren und dunkleren Exemplare auf den Fotos sind die Männchen, welche leider in recht großer Distanz geblieben sind.


Schwarzkehlchen bewohnen gerne offene Wiesen, Feuchtwiesen und Moore. Der Bestand ist durch Trockenlegung von eben solcher Flächen, sowie einer intensiven und oft durchgeführten Mahd (Mähen von Wiesen zur Futtermittelbeschaffung), ab den 70ern erheblich eingebrochen. Mittlerweile gehen die Bestandszahlen erfreulicherweise wieder hoch, wobei es immer noch relativ selten vorkommt, dass man einem Schwarz (oder Braun-) Kehlchen begegnet.

Es macht: Krah Krah Krah

So ungefähr einmal im Jahr fällt einigen Leuten, nicht ohne gewissen Unmut, auf, dass die Krähen doch ungemein zugenommen hätten und es immer mehr hier werden. Das liegt daran, da Raben- und auch Saatkrähen, die im Norden Europas ihre Brutgebiete haben, im Winter zu uns kommen, um hier zu überwintern. Das scheint eine recht unbekannte Tatsache zu sein.

Denn es ist weniger von einer Art, sondern vielmehr vom individuellen geographischen Brutgebiet abhängig, ob ein Vogel zu den Standvögeln oder Zugvögeln zählt. So gibt es auch viele Arten, die bei uns zwar als Zugvögel gelten, im Mittelmeerraum allerdings als Standvögel.

Dadurch kommt es, dass wenn unsere Rabenkrähen hier bleiben und noch Besuch aus dem hohen Norden kommt, plötzlich sehr viele Krähen hier zu sehen sind.

Fotografisch fand ich es hier in der Bearbeitung mal reizvoll mit Schwarz/Weiß und leichten Tönungen zu arbeiten, da die Krähen, zumal im Schwarm, so herrliche Kontraste hergeben.

Was Nilgänse so treiben

Heute gibt es noch einmal eine nette Bilderreihe der Nilgänse. Wie man hier gut sehen kann, bleiben Pärchen auch außerhalb der Brut meist zusammen.

Die unterschiedliche Färbung ist übrigens kein Geschlechterhinweis, sondern eine Variante der Morphe. Bis auf das letzte Bild, sind die Fotos nacheinander entstanden. Da sieht man, was die Nilgänse so treiben (wenn sie anderen Vögeln nicht gerade das Leben schwer machen): Mit lang gestrecktem Hals lustig hin- und herlaufen, etwas Wasser schlabbern und dann mit vollem Körpereinsatz ins Wasser plumpsen.

Das letzte Bild wurde dann im Abendlicht aufgenommen, als der Badetag für die beiden Gänse vorbei war.

Manche mögen ihn, manche nicht: Den Kormoran

Über unseren heutigen Gast kann man schwerlich etwas sagen, ohne dass bei einigen Leuten (Angler, Fischer) die Emotionen hochkochen. Auch sind leider immer noch eine Menge falscher Behauptungen unterwegs, damit räumen wir heute etwas auf, bevor wir uns ein anderes Mal näher mit der Biologie dieses interessanten Vogels beschäftigen.

Der Kormoran hat sich in der Vergangenheit, wie auch andere Arten (Fischadler, Graureiher, Fischotter), aufgrund der Tatsache unbeliebt gemacht, dass er Fisch frisst. Er wurde in der Vergangenheit noch intensiver bejagt als seine oben aufgeführten Leidensgenossen und aufgrund seiner Größe und Trägheit war er auch ein leichtes Opfer. So wurde er vor ca. 100 Jahren im Gebiet des heutigen Deutschlands im Prinzip ausgerottet. Mit dem Aufkommen des Natur- und Artenschutzes hat er sich hier wieder angesiedelt und vermehrt – was zu Unmut in Angler- und Fischerkreisen geführt hat (und noch führt) und diese die Ausrottung gerne vergessen und behaupten, er wäre hier noch nie heimisch gewesen.

Knochenfunde aus Mitteleuropa belegen zweifelsfrei, dass der Kormoran seit mindestens 7.000 Jahren hier heimisch war – bis zu seiner Ausrottung. Der einzige Grund, warum es nicht noch viel ältere Knochen gibt, ist ein Problem vor dem auch Naturkundemuseen stehen: Vogelknochen erhalten sich durch ihre fragile Bauweise nicht gut und lange.
Einige der heute noch lebenden Arten der Kormoranfamilie (Bei uns gibt es eine Art der Familie) gab es in fast gleicher Form sogar schon seit 5 Millionen Jahren. Wir Menschen können schwerlich Probleme mit Fischbeständen auf Arten schieben, die schon seit 5 Millionen Jahren in einer stabilen Räuber-Beute-Beziehung mit Fischen leben. Ein letzter Vergleich zum Schluss: Wir haben in Deutschland 80.000.000 Menschen, von denen die meisten Fisch und Fleisch essen und ca 24.000 Kormoranpaare (48.000) Individuen.

Wer trötet denn hier herum?!

Heute gibt es Fotos von einem wirklich hübschen Neozoon: Der Nilgans.

Neozoene sind Tiere, die mithilfe menschlicher Einflüsse (bewusst oder unbewusst) in fremde Habitate eingeschleppt oder eingebracht wurden (Waschbären, Nutrias, Straßentauben, Halsbandsittiche, Fasane usw). Die Nilgans ist eigentlich in Afrika beheimatet und wurde in Europa oftmals als Ziervogel in Parkanlagen usw gehalten. Vor allem von den Niederlanden ausgehend sind sie aus der Haltung geflohen und verbreiten sich nun in Ermangelung natürlicher Feinde rasant auch in Deutschland.

Dies und die Fähigkeit zur Anpassung, große Vermehrungsraten (bis zu 12 Eier und bei Brutverlust Nachbrut), sowie eine ausgeprägte Aggressivität machen sie hier so erfolgreich. Ein Problem ist es vor allem deshalb, da sie den heimischen Vögeln, die aufgrund menschlicher Eingriffe in der Natur immer weniger Lebens- und Bruträume finden, noch mehr Konkurrenz macht und auch Vögel von ihren Nestern vertriebt, um diese zu okkupieren.

Ich habe selbst schon auf einer Brut-Webcam (beleef de lente von Vogelbescherming Nederland) gesehen wie ein Nilgans-Paar ein Nest übernommen hat, welches gerade abwechselnd von einem Mäusebussard und Habicht aufgebaut bzw benutzt und von einem Seeadlerpaar als Ersatznest gehalten wurde.

Übrigens: Der lustige schwarze Vogel, der gemütlich im Hintergrund herumschippert ist ein Kormoran. Die Schwäne sind unsere bekannten Höckerschwäne (Eltern mit Kind).

Turmfalke(n)

Heute geht es um einen unserer bekannten Greifvögel: den Turmfalken. Da ich mich in diesem Bereich besonders auskenne, gäbe es viel zu erzählen. Vielleicht fangen wir direkt damit an: (Turm)Falken ordnet man aufgrund ihres Verhaltens (umgangssprachlich) den Greifvögeln zu, allerdings sind diese mit den “richtigen” Greifvögeln wie Adlern oder den Habichtartigen weniger eng verwandt, als mit Singvögeln und speziell Papageien. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich im Laufe der Evolution bestimmte Merkmale aufgrund vorherrschender Begebenheiten mehrmals neu herausgebildet haben, man spricht dabei von konvergenter Evolution.

Wenn man sich näher mit (Turm)Falken beschäftigt, merkt man die Unterschiede zu den anderen Greifvögeln auch deutlich: in der Anatomie sowie im Verhalten. Zu diesen Details ein anderes Mal mehr.

Turmfalken sind meist recht schnell auszumachen, da sie außerordentlich gerne den Rüttelflug (auf der Stelle fliegen) als Jagdtechnik einsetzen, um Ausschau nach Beute zu halten. Im Winter fällt dies meist nicht so auf, da sie dann, um Energie zu sparen, mehr zur Taktik des Mäusebussards greifen: auf einem Ansitz warten.

Auf den letzten Fotos sieht man auch etwas falkentypisches: Das Paar bleibt auch nach der Brut seinem Revier & einander treu. Dort sieht man auch schön den Geschlechtsdimorphismus: Das Weibchen ist gänzlich rot-braun, der Terzel (Männchen) hat einen bläulich-grauen Kopf. Wahrlich hübsche Tiere

Eichelhäher zeigt uns warum er so heißt

Heute gibt es einige Nahaufnahmen von einem Eichelhäher, der seinem Namen alle Ehre macht: Er sitzt mitten in einer Eiche. Auf einigen der Fotos erkennt man, dass er eine der Eicheln bereits geknackt hat und daran herumknuspert. Als er geschäftig im Baum herumgewuselt und an allen erreichbaren Eicheln gezogen hat, blieb es natürlich nicht aus, dass einige davon herunterfielen. Ob er mir damit etwas sagen wollte oder das reiner Zufall war, lassen wir hier mal unbeantwortet

Einmal hatte ich ja schon etwas ausführlicher zum Eichelhäher geschrieben und dass man ihn Polizei des Waldes nennt. Wenn man selbst nicht der Grund für sein “Geplärre” und auch kein Wanderer o.ä. in der Nähe ist, dann kann man das auch als netten Hinweis für die Anwesenheit eines Greifvogels oder einer Eule dankend annehmen. So geschah es denn auch einmal, dass ich zu einer Sperber-Mama mit einem Jungvogel geführt wurde.