Viele verschiedene Libellen aus diesem Sommer

Heute gibt es mal andere Insekten, nämlich Libellen. In der Form wie wir sie heute kennen gibt es sie bereits seit ca. 200 Mio Jahren! (einige Urformen sogar noch viel länger)

Libellenbestimmung ist auch immer nicht ganz einfach, manchmal liegen die visuell erkennbaren Unterschiede in einem einzigen Segment bei einer Musterung. Zudem sind Weibchen und junge Libellen auch noch anders gefärbt.

Foto 4&6 habe ich mit einem manuellen Focus-Stacking in Photoshop erzeugt, um einen größeren Schärfebereich abzubilden: 2 leicht verschieden fokussierte, ansonsten exakt gleiche Fotos, übereinandergelegt und entsprechende Stellen überblendet.

Fotos 1+2 zeigt das gleiche Individuum einer Becher-Azurjungfer (Gemeine Becherjungfer)

Fotos 3+4 zeigen jeweils ein anderes Individuum der Blutroten Heidelibelle

Fotos 5+6 zeigen das gleiche Individuum einer Großen Heidelibelle – ein Weibchen (ich hielt es erst für eine Gemeine Heidelibelle, wurde aber korrigiert)

Fotos 7+8 zeigen jeweils ein anderes Individuum des Großen Blaupfeil

Fotos 9+10 zeigen jeweils das gleiche Individuum eines weiblichen Spitzenflecks

Ein prächtiger Admiral

Der Admiral ist ein farbenroher und kontrastreicher Tagfalter, der auch relativ bekannt ist. Was einigen vielleicht nicht so bekannt ist: Der Admiral gehört zu den Wanderfaltern: Eine Generation zieht im Herbst in südlichere Gefilde.

Früher war das der Mittelmeerraum mit einer Strecke über die Alpen. Bedingt durch die Klimaerwärmung haben sich die Wanderungen verkürzt, sodass unsere Admiral nur bis nach Süddeutschland oder Frankreich ziehen. Das faszinierende: Angekommen am Zielort legen die Weibchen ihre Eier ab und sterben. Die junge Generation zieht dann, nach der Metamorphose, wieder in den Norden.

Hättet ihr das so kleinen und fragil wirkenden Tierchen zugetraut? Beeindruckend.

Was für eine Hinterzehenkralle!

Dadurch, dass Lerchen oft auf dem Boden sind, sieht man meist nicht, was sie für lange Krallen an den Hinterzehen haben. Ganz besonders lang ist die Kralle der Heidelerche und die Fotos zeigen auch eine.

Die Heidelerche ist schon wesentlich seltener als die Feldlerche, was an ihren Ansprüchen an differenzierten und strukturierten Landschaften liegt (sowie an den Problemen, die heutzutage alle Bodenbrüter haben). Sie bewohnt offenes, teils karges Gelände, welches nicht zu stark bewachsen sein sollte, aber dennoch einige Bäume und Sträucher aufweist. Solche Bedingungen bieten z.B. extensiv genutzte und beweidete Wiesen, Heiden, Streuobstwiesen usw.

Im Gegensatz zur Feldlerche, singt die Heidelerche auch mal von Bäumen aus. Wenn man welche entdecken will, sollte man sich unbedingt mit ihrem Gesang vertraut machen, da man sie wahrscheinlicher hören als sehen wird. So haben wir die Heidelerche vor der ersten (visuellen) Beobachtung zuvor erst hören können.

Einen irre geschäftigen Hektiker fotografiert

Es hat tatsächlich mal geklappt, dass ich ein Sommergoldhähnchen mal richtig ordentlich vor die Linse bekommen konnte. Es ist unvorstellbar wie klein und quirlig sie sind.

Wenn man liest, dass sie, ebenso wie die Wintergoldhähnchen, gerade einmal 4-8g wiegen und von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze nur 9cm lang sind, klingt das zwar klein, aber man kann sich da nicht immer etwas darunter vorstellen. Das Ästchen auf den Fotos ist so in etwa zeigefingerdick. Wenn ihr das Bild auf dem Monitor/Display so zoomt, dass der Zeigefinger 1:1 draufpasst, dann habt ihr das Sommergoldhähnchen in Lebensgröße!

Neuntöter-Männchen bei seiner Lieblingsbeschäftigung

Nämlich auf seinem Ansitz auf passende Beute zu warten. Ab nun wird man sie aber erst einmal nicht mehr sehen, denn Neuntöter sind bei uns Zugvögel, die in Afrika überwintern und ungefähr im August beginnt die Zugzeit für diese Vögel.

Zuerst ziehen dabei die adulten Tiere, daher wird man im August, mit jedem voranschreitenden Tag, immer mehr diesjährige Neuntöter als ausgewachsene entdecken. Die Jungvögel ziehen dann 1-2 Wochen nach den adulten Tieren weg.

Die Fotos von diesem Neuntöter-Männchen stammen von Mitte Juni.

Diesmal keine Weidenmeise

…sondern die häufigere sowie wald- park- und gartenbewohnende Sumpfmeise.


Wenn es die Nahrungsversorgung zulässt legt sie ganze Jahr über immer mal wieder kleinere Vorräte in Rindenspalten, im Moos oder an Ästen versteckt, an.

Was raschelt da im Baum?

Beim Urlaub an der Müritz waren wir im Garten unseres Ferienhauses plötzlich nicht mehr alleine: Vom Baum im Nachbargrundstück aus kam Besuch vorbei – 2 Stück gleich Mit Räubermaske, Kulleraugen und Katzenohren ist klar, wen wir hier sehen: Waschbären, höchstwahrscheinlich junge.

Der Waschbär ist eine Art, die ursprünglich allein in Nordamerika beheimatet war. Mit der typischen Überheblichkeit des Menschen fanden es die Leute in den 1920ern sinnvoll, Waschbären in Farmen in Deutschland zu halten, um Pelze aus ihnen zu machen. Es überrascht nicht, dass einigen die Flucht gelang. Zudem wurden weitere absichtlich von Jägern entlassen, um die Jagdstrecke zu erweitern und zu guter Letzt wurden auch einige Individuen freigelassen, als Farmer zu Kriegszeiten kein Futter mehr hatten.

Das alles hat dafür gesorgt, dass sich der Waschbär dank des Menschen hierzulande ausbreiten konnte, also zum klassischen Neozoon geworden ist. Ohne natürliche Feinde, opportunistisch, clever und als Allesfresser sowie Kulturfolger hat er es geschafft, sich in der Fauna zu etablieren und den einheimischen Arten zusätzlich zum Druck der natürlichen Feinde und zum Lebensraumverlust durch den Menschen, noch weitere Probleme zu bereiten.

Meise mal anders: Weidenmeise

Zugegeben: Die Ähnlichkeit zur Sumpfmeise ist frappierend, aber es gibt doch ein paar kleine Unterschiede im Aussehen und etwas größere im Ruf und Gesang sowie im Habitat. Außerdem ist die Weidenmeise seltener anzutreffen als die häufige wald- und parkbewohnende Sumpfmeise.

Weidenmeisen mögen eher Feuchtgebiete wie Moore, Sümpfe, Feuchtwälder und generell Gehölze in Gewässernähe. Kurzum: “Sumpfmeise” wäre für diese Art eigentlich der bessere Name gewesen. 😉 Also: Sumpfmeise im Wald, Weidenmeise im Sumpf. 🙃

Kleiner Zaunkönig und noch kleinerer Zaunkönig

Schon der adulte Zaunkönig ist mit seinen 8-12g Gewicht wahrlich kein Riese, auch wenn er dies mit vollem Einsatz beim Rufen und Singen zu kompensieren versucht

Hier haben wir auf den ersten 3 Fotos einen juvenilen Zaunkönig aus dem Juni und auf dem letzten Foto noch eines der beiden Elterntiere.

Das etwas andere Falterfoto

Heute ist der Falter nicht der Star im Foto Dafür hat der Waldbaumläufer gesorgt.

(Wald)baumläufer sind schwer zu entdecken und verraten sich im Wald oftmals durch ihre hohen, fiepsenden Töne, die sie oft von sich geben. Im Gegensatz zum Kleiber können sie einen Baumstamm nur aufwärts klettern. Dazu laufen sie, auf der Suche nach Insekten, spiralförmig den Stamm nach oben und wenn sie dann oben sind, fliegen sie den nächsten Baum weiter unten wieder an, um mit dem Emporklettern von vorn zu beginnen.