Bartmeise, zweite Sichtung samt Fotoreihe

Die meisten unserer Bartmeisen sind Standvögel, einige Kurzstreckenzieher, zeigen aber allgemein ein reges Wanderverhalten. Das liegt daran, da die Bestände nie großflächig verteilt, sondern eher zersplittert und ihre typischen Habitate sehr dynamische und lokal begrenzte Lebensräume sind.

Viele der wandernden oder ziehenden Bartmeisen besetzen bei Ankunft ein Revier und werden dort zu Brutvögeln.

Goldammer glotzt

Ich habe zwar schon bessere Goldammer-Fotos gemacht, aber die hier hatte ich noch nicht hochgeladen und das Anguck-Foto ist schon recht witzig geworden.

Auf dem letzten Foto kann man schön den Unterschied zwischen Weibchen (links) und Männchen (rechts) erkennen.

So winzig

Die, je nach Ernährungszustand, 4-7 Gramm Körpergewicht, die ein Wintergoldhähnchen auf die Waage bringt, entsprechen im Winter auch der Menge an Futter – winzigen Insekten – das aufgenommen werden muss.

Das Verhältnis von Körpervolumen zu Körperoberfläche ist bei so kleinen Tieren besonders ungünstig, daher muss ein sehr aktiver Stoffwechsel für genügend Wärme sorgen. Eine weitere Strategie, um den Winter gut zu überstehen, ist das eng aneinander geschmiegte Schlafen in Baumhöhlen oder anderen sicheren Plätzen bei Nacht. Die skandinavischen Wintergoldhähnchen sind allerdings keine Standvögel: diese ziehen bis zu 1.000km gen Süden.


Für die meisten gleichwarmen Tiere (inkl. Vögel) gilt allerdings, dass im Winter nicht die Kälte das primäre Problem ist, sondern die Verfügbarkeit von Nahrung. Daher ziehen Vögel wie Feldlerche oder Fischadler und hält bspw. der Igel Winterschlaf.

Die Blässhuhn-Jugend zieht um den Teich

Das Nest der Blässhühner befindet sich in der dichten Ufervegetation und besteht meist aus 5-10 Eiern. Wie Auch Enten und Gänse, sind die Rallen (hier die Blässralle) Nestflüchter und nach ca 2 Monaten flügge.

Blässhühner bzw -rallen sind Allesfresser und dadurch auch in Besitz der jeweiligen Fähigkeiten verschiedene Nahrungsgründe zu erschließen: Sie können gründeln, tauchen, aber auch picken und grasen. Dabei fressen sie Wasserpflanzen, Gras, kleine Weichtiere, Wasserinsekten und Muscheln.

Graugans mit Spiegelung

Interessant bei den Graugänsen ist die Fürsorgepflicht der Eltern: Nach der Flüggewerdung wird der Nachwuchs von beiden Eltern betreut und falls diese Familie zu den Ziehern gehört, fliegen sie gemeinsam ins Winterquartier – ungewöhnlich für Vögel. Erst im folgenden Frühjahr trennt sich dann die Familienbande. Außerhalb der Brutzeit sind Graugänse bekanntermaßen sehr gesellig und haben untereinander auch immer viel zu erzählen

Nach Essen betteln, während das Essen auf einem herumläuft

Diese juvenile Rauchschwalbe bettelt unermüdlich nach Futternachschub, während die Eltern auf der Jagd sind. Dass dabei eine Fliege auf ihr herumkrabbelt, macht die Situation schon unfreiwillig komisch

Die Zeit, in der Jungvögel zwar flügge, aber noch nicht selbstständig sind und weiter von den Eltern versorgt werden, nennt man die Bettelflugphase.

Update: Die Fliege ist wahrscheinlich eine Art der Lausfliegen, die verschiedene Tiere – einige Arten Schwalben u.ä. – parasitieren können. Dieses hier hatte sich aber nicht festgesaugt. Ironisch bleibt es allemal, dass ein rein insektivor lebender Vogel ausgerechnet von einem Insekt bekrabbelt und ggf parasitiert wird Lieben Dank an Sascha Johannsen für seine Bestimmungshilfe 👍 Ich konnte somit wieder etwas dazulernen 🤓

Rohrweihen im Flug

Im Moment sind sie in ihren Winterquartieren, aber ab Ende März bis Mitte April kann man sie wieder sehen: Die Rohrweihen

Während der Brutzeit kündigt sich das Männchen laut rufend an, wenn es sich dem Nest nähert. Dies ist dann da Zeichen für das Weibchen zum Aufsteigen, denn die Beuteübergabe erfolgt in der Luft. Das Männchen lässt die Beute aus großer Höhe fallen und das Weibchen fängt diese dann im Flug wieder auf.

So läuft auch später die Beuteübergabe mit den flüggen Jungvögeln in der sogenannten Bettelflugphase. Das klappt natürlich nicht auf Anhieb und muss geübt werden, ist aber ein gutes Training für den Nachwuchs, denn nach nicht einmal einem Monat (ca 20 Tage) weiterer Fürsorge, sind sie auf ihr eigenes Können bei der Jagd angewiesen.

Die ersten Fotos zeigen ein noch jüngeres Weibchen, das letzte ist ein adultes Männchen, welches vom Wegesrand gestartet ist. Immerhin hat es noch für ein scharfes Foto gereicht – wenn auch von hinten

Fisch-Transport

Heute gibt es die ganze Fotoreihe vom Fischadler-Weibchen, das mit seiner Beute über uns hinweg flog


Daher mal wenig Text und einfach mal Fotos bzw den hübschen Fischadler angucken

Mein Foto des Jahres 2021

…gelang mir ganz unverhofft, als wir auf einem sehr zugewachsenen und wenig benutzten Weg in einem Naturschutzgebiet, genauer gesagt einem Moor mit vielen Gewässerflächen, unterwegs waren. Versteckt zwischen meterhohem Schilf ist dieser wunderschöne Fischadler direkt in unsere Richtung und (verhältnismäßig) knapp über uns drüber geflogen. Den Fisch hat er gerade erst erbeutet, man sieht noch überall die Wassertropfen. Aus der Reihe habe ich noch mehr, aber das wollte ich gerne separat vorstellen, weil es mein, wie ich finde, bis dato bestes Foto überhaupt ist

Entstanden ist das Foto Ende Juni, zu dieser Zeit müssen die Jungvögel nicht mehr gehudert werden und das Weibchen geht ebenfalls jagen und genau so eines sehen wir hier auch. Wenn man die verschiedenen Merkmale kennt und kombiniert, kann man die Geschlechter nach einiger Zeit unterscheiden: Klaviertastenmuster auf den Unterflügeldecken, ein relativ breites Brust- und Halsband, breite Karpalflecken und deutlich breitere Flügel. Wenn das Paar beim Nest beisammen steht, sind die Unterschiede noch besser sichtbar, auch der Größenunterschied wird dann deutlich: Die Weibchen bringen durch den größeren Körper 20-30% mehr auf die Waage und haben 10-15% längere Flügel.

Apropos Gewicht: Dadurch, dass der Nachwuchs immer zuerst den Fisch abbekommt, die Anstrengungen des Brütens sowie der Mauser – nur das Weibchen mausert schlauerweise während der Brut, da sie die erste Zeit sowieso meist im Nest sitzen muss-, verliert das Weibchen einiges an Gewicht während der Brutzeit. Daher kommt es auch, dass die Weibchen am Ende der Brutsaison, nachdem die flüggen Jungvögel noch ca 2 Monate betreut wurden, zuerst das Nest verlässt. Allerdings nicht, um sofort in den Süden zu ziehen, sondern um wieder Fettreserven aufzutanken.

Das Männchen bleibt noch in Nestnähe und füttert noch kurze Zeit den Nachwuchs. Bis diese dann selbst dafür verantwortlich werden und das Männchen wegzieht. Als letztes ziehen dann die Jungvögel.

Genau hingucken oder hinhören

Denn hier haben wir keine Stockente, sondern die nicht so häufige Schnatterente. Ähnlich wie ihre häufige Verwandte gehört sie zu den Gründelenten und ist dabei ein wenig kleiner. Im Prachtkleid ist vor allem das Männchen gut von der Stockente zu unterscheiden, schwieriger ist es beim Weibchen oder wenn die Erpel ihr Schlichtkleid tragen.

Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist der sogenannten “Spiegel” – das Feld auf den körpernahen Armschwingen von Enten, welches sich bspw bei der Stockente als leuchtend blaues, hier bei der Schnatterente als leuchtend weißes Feld zeigt. Außerdem ist das Schwarz auf dem Schnabel der Schnatterente immer deutlich und scharf abgegrenzt und sauber von Orange eingeschlossen – bei Stockenten-Weibchen gibt es so eine scharfe Abgrenzung nicht, mitunter zeigen sich dort auch Punkte u.ä.

Zu guter letzt: Der Ruf. Der Ruf der Schnatterente ist ganz einfach einzuprägen: Ihr haltet euch die Nase zu und sagt einmal kräftig “Mep” während ihr dabei versucht die Luft durch die Nase zu drücken. Der lustige nasale Ton ist das, was man bei Anwesenheit von Schnatterenten immer hören kann – ihr Schnattern. Kein Witz, hört es selbst.

Die ersten Fotos zeigen das Männchen, folgend könnt ihr auch Weibchen sehen.