Kleine Gäste aus dem Norden

Die niedliche Schwanzmeise hatten wir ja schon einmal. Das war die hier brütende mitteleuropäische Unterart. Heute gibt es die nordeuropäische Unterart, die ihren Winter bei uns verbringt und die ich im Februar dieses Jahres abgelichtet habe. Leicht zu erkennen ist sie am weißen Kopf und wird daher auch Weißköpfige Schwanzmeise genannt.


Mittlerweile gibt es aber auch Hybridformen, hervorgegangen aus Paarungen der beiden Unterarten.

Artisten-Pause

Da die allseits bekannte (und beliebte) Blaumeise eindeutig zu den Standvögeln zählt, sieht man sie auch jederzeit im Winter. Vor allem wenn die Bäume kahl sind, kann man ihre Tischmanieren gut beobachten: kopfüber, hängend, kletternd, keine Stellung scheint zu unbequem. Da hat sie eindeutig Gemeinsamkeiten mit dem Erlenzeisig.


Ob sie dabei auch Spaß hat, kann man schwerlich sagen, aber in jedem Fall kommt sie so gut an schwer erreichbare Sämereien. Bei einem Gewicht von gerade einmal um die 11g hat sie es auch – im wahrsten Sinne des Wortes, dabei nicht so schwer.

Die Meise auf den Fotos hatte sich aber, für den Moment zumindest, eine etwas bodenständigere Art der Nahrungssuche gewählt

Der Feldsperling

Wenn vom “Spatz” die Rede ist, ist damit der Haussperling gemeint. Heute geht es um seinen nahen Verwandten: Den Feldsperling. Der Name passt, denn im Gegensatz zum Haussperling, bewohnt dieser Feldränder und ist in Siedlungen eher nicht anzutreffen.

Zum Feldsperling gibt es noch eine ebenso lehrreiche wie erschreckende Anekdote zu berichten. Und zwar aus China: Unter Mao wurde Ende der 50er Jahre beschlossen alle “Plagen” auszurotten. Den Feldsperling als vermeintlichen Erntevernichter zählte man ebenso dazu. Die ganze Bevölkerung wurde zu diesem unvorstellbaren Vernichtungskreuzzug aufgerufen. Zeitzeugen berichten, dass man vor allem durch das Aneinanderschlagen von Töpfen und Gongs die Sperlinge immer wieder aufscheuchte, bis sie vor Erschöpfung starben. Auch wurden Nester restlos geplündert. Die Ausrottungskampagne war so erfolgreich, dass viele Insekten, deren Bestände zuvor vom Feldsperling stabil und in Schach gehalten wurden, regelrecht explodierten und viele Felder kahl gefressen wurden. Das war nicht der einzige, aber einer der Hauptgründe, warum daraufhin eine gewaltige Hungersnot über China hereinbrach. Die Situation war so katastrophal, dass man sich gezwungen sah Zehntausende Feldsperlinge aus der damaligen Sowjetunion zu importieren, um den Insektenplagen Herr zu werden. Bis heute haben sich die Populationen der Feldsperlinge in China nicht erholt.

Das ganze bleibt so ein Lehrstück über anthropogenen Größenwahn und die Verzahnung und Verkettung ökologischer Zusammenhänge, in die man nicht von Heute auf Morgen folgenlos eingreifen kann. Das aktuelle Vogelsterben sollte uns also deutlich wachrütteln, wenn man die Verluste allein seit den 1980ern von vor allem Feldvögeln betrachtet: Rebhuhn -91%, Kiebitz -93%, Feldlerche -55%, Braunkehlchen -57%.

Der Trommler

Unseren bekanntesten und häufigsten Specht kennt ihr ja alle: Den Buntspecht. Auf den Fotos sieht man ein Weibchen. Dies erkennt man daran, dass sich im Gegensatz zum Männchen kein roter Fleck auf dem Kopfgefieder befindet.

Das Trommeln der Spechte, was man zur Zeit auch oft vernehmen kann, hat übrigens nichts mit der Nahrungssuche oder dem Nestbau zu tun – es dient der Kommunikation und wird von beiden Geschlechtern benutzt. Der Specht sucht sich dafür gezielt einen Ast oder Stamm, der sich als Resonanzkörper eignet und übermittelt damit Informationen zum Revier oder zur Partnersuche. Die Kopfanatomie ist dabei so aufgebaut, dass sich der Specht dabei nicht verletzt (Stoßdämpfersysteme sowie ein fest eingebettetes Gehirn).

Nach dem Vortritt der Dame, nun der Mann

Nach dem Vortritt der Dame, kommt heute Teil 2: Das Männchen vom Erlenzeisig.
Auch hier sieht man wieder einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Auf Foto Nr.1 befindet sich das Männchen gerade im Wechsel vom Schlicht- zum Prachtkleid. Auf den anderen Fotos ist das Prachtkleid schon gut ausgebildet.

Fichtensamen knuspern

Teil 1 vom Erlenzeisig, heute das Weibchen.Wir haben sie auch als Brutvögel in Deutschland, aber im Winter, wenn weitere aus dem Norden bei uns überwintern, hat man noch bessere Chancen sie zu sehen.


Erlenzeisige sind außerhalb der Brutzeit in größeren Trupps unterwegs und fressen Samen aus Früchten verschiedener Bäume. Ihr Name ist schon ein guter Hinweis, wo man sie vor allem im Winter sehen kann: Auf Erlen. Auf den Fotos hier knuspern sie gerade Fichtensamen. Man sieht sie dabei nicht selten auch kopfüber oder unter Zweigen hängen.

Der andere Baumläufer

Wir hatten hier bereits den häufigeren der beiden Baumläufer (Gartenbaumläufer), heute gibt es seinen etwas weniger häufigen “Kumpel”, den Waldbaumläufer, zu sehen.

Zugegeben, auf den ersten Blick ist es schwer Unterschiede zu erkennen. Aber es gibt sie: Zu den recht unsicheren Bestimmungsmerkmalen zählen der hellere Bauch, der Überaugenstreif und die längere Hinterzehenkralle des Waldbaumläufers. Viel besser zur Unterscheidung sind aber folgende Merkmale: Der Waldbaumläufer hat einen wesentlich kürzeren und stärker gebogenen Schnabel, die “Treppenstufen” auf der Flügelbinde haben einen steileren und weniger sanften Übergang und vor allem unterscheiden sich beide Baumläufer im Ruf & Gesang. Beide haben eher eine pfeifende, hohe, fietschende Stimme. Die Strophen beim Waldbaumläufer sind allerdings länger und weisen ein sich wiederholendes Muster auf, was beim Gartenbaumläufer nicht der Fall ist.

Rotmilan

Ein wunderschöner, elegant wirkender Greifvogel: Der Rotmilan. Manche reden auch nur vom “Milan”, was so aber nicht stimmt, denn in Deutschland haben wir auch noch den Schwarzmilan. Sie sind bei uns zum größten Teil Kurzstreckenzieher, die im Mittelmeerraum (dort auch in Gruppen) überwintern. Einzelne Individuen bleiben bei uns auch im Winter, der Trend geht leicht in die Richtung, dass es mehr werden.

Für uns ein vertrauter Anblick, ist es aber tatsächlich so, dass Deutschland 50-60% des gesamten Weltbestandes des Rotmilans beherbergt! Weshalb dieser Art im Artenschutz auch ein besonderes Augenmerk zuteil wird.

Meise mit Frise

Kennt ihr diesen süßen kleinen Fratz mit der geilen Frise? Die Haubenmeise lebt etwas versteckt in Nadelwäldern und hält sich meist auch eher weiter oben in den Bäumen auf. Manchmal kommt sie zur Nahrungssuche aber auch etwas hinab.

Neben der coolen Frisur unterscheidet sich diese Meise von ihren Verwandten noch durch eine andere faszinierende Eigenschaft: Die Haubenmeise ist die einzige Meise, die ihre Bruthöhle in toten Bäumen selbst bauen bzw. hacken kann.

Blaumeise im Fliegen-Selbstbedienungsladen

Das heutige Model ist euch sicher genauso gut bekannt wie das letzte: Die Blaumeise. Sie ist wesentlich kleiner als die Kohlmeise und hatte letztes Jahr auch mit einer Seuche zu kämpfen.

Hier seht ihr eine ganz witzige Bilderreihe:

Bild 1: Hmmm leicht verdiente Fliegen

Bild 2&3: mit dem Spinnennetz wie eine Spaghetti runterziehen

Bild 4: Ohje, voll bekleckert

Bild 5: Alles voller Spinnweben und Fliegen – vor lauter Aufregung erstmal die Haube aufstellen