Goldis am Wattenmeer

Mit Goldi ist natürlich der seltene Goldregenpfeifer gemeint. Der Vogel des Jahres 1975, der bei der vorletzten Wahl zum Vogel des Jahres noch einmal einem breiteren Publikum bekannt gemacht wurde, ist in Deutschland bis auf einzelne Bestände <10 ausgestorben. Dabei gab es hierzulande einst eine größere und stabile Population, vor allem in den Mooren Niedersachsen.

Als Moorvogel hat er besonders unter der Trockenlegung 98% aller Moore in Deutschland gelitten. Im restlichen Mitteleuropa sieht es um seine Bestände nicht viel besser aus. Immerhin im nicht so dicht besiedelten Nordeuropa gibt es noch stabile Brutvorkommen. Das sind dann auch die Individuen, welche man beim Vogelzug und beim Rasten sehen kann.

Diese Begegnung fand letzten September direkt am Wattenmeer statt. Das Wattenmeer der Nordsee ist für viele Zugvögel nämlich der wichtigste Rastplatz überhaupt und somit auch der einzige Ort in Deutschland, an dem man die Goldis regelmäßig zu den Zugzeiten sehen kann.

Auf den beiden Fotos kann man die Goldis im Übergang zwischen Pracht- und Schlichtkleid sehen.

Gleich 2 Schnepfen auf dem Herbstzug angetroffen

Letzten September haben wir vor dem Wattenmeer diese schöne Entdeckung machen können: Die Uferschnepfe. Das zweite Foto ist nicht so toll, aber zeigt alle zur Bestimmung wichtigen Merkmale von der Uferschnepfe (rechts) und links sogar noch eine Pfuhlschnepfe, die beide zusammen geflogen sind – Unglaublich

Die als ursprünglicher Moor- und Heidenvogel und später gezwungenermaßen, nach vielen Trockenlegungen, zum (Feucht)wiesenvogel gewordene Uferschnepfe, hat aufgrund der Habitatverluste und intensiven landwirtschaftlichen Nutzung leider einen massiven Rückgang erlitten.

Als Zugvögel, die um den Mittelmeerraum herum überwintern, hat man im Herbst die besten Chancen sie bei der Rast und auf dem Durchzug zu sehen. So wie hier an einem NSG-Binnengewässer kurz vorm Wattenmeer.

Eine fliegende Hausgans

Diese weiße Gans ist einem größeren Grauganstrupp natürlich sofort aufgefallen. Es handelt sich dabei um eine entflohene Hausgans. Sie ist die domestizierte Form der Graugans, so wie die weiße Hausente die domestizierte Form der Stockente ist.

Im Internet kursiert einiges an Unsinn über die Flugfähigkeit der Hausgänse – Wie man klar sehen kann, sind Hausgänse durchaus in der Lage richtig zu fliegen. Die Behauptungen zur Flugunfähigkeit dürften andere Gründe haben, die allesamt nicht so schön sind: Früher war es üblich (und auch noch erlaubt) ihnen die Flügel zu kupieren. Das ist ein schöneres Wort für eine Amputation von Teilen der Hand, an der dann keine Schwungfedern mehr wachsen können. Etwas, das noch verbreitet ist, ist das Stutzen der Flügel: Dazu werden die Schwungfedern abgeschnitten und die Gans wird fluguntauglich.

Bei dieser hier war nichts von beidem der Fall und so konnte sie sich frei bewegen.

Der Elegante mit dem Löffel

Im letzten September konnten wir diesen wunderschönen Vogel auf dem Durchzug bzw. bei seiner Rast in der Nähe des Wattenmeeres beobachten: den Löffler im Schlichtkleid

Der Löffler gehört zur Familie der Ibisvögel und ist etwas kleiner als unser Weißstorch. Namensgebend und markant ist natürlich sein löffelartiger Schnabel, mit dem er im seichten Wasser auf Nahrungssuche geht. Im Gegensatz zu Weißstorch oder Graureiher sieht er seine Beute dabei nicht, sondern ertastet sie mit seiner berührungsempfindlichen Schnabelspitze.

Nicht gerade wie aus dem Bestimmungsbuch

…sah diese Feldlerche im letzten September aus. In der Mauser, ohne Steuerfedern (evtl. durch Schockmauser abgeworfen), mit aufgehellter Iris im Sonnenenlicht und abwechslungsweise mal ohne große Fluchtdistanz: Hier hatte ich mir die Bestimmung lieber noch einmal von anderen Ornis absichern lassen.

Was bleibt, ist ein tolles Beispiel dafür, dass man Artbestimmungen nicht an Einzelmerkmalen festmachen sollte und natürlich ein paar nette detailreiche Feldlerchenfotos. Dieser hübsche Wiesenvogel lässt sich für gewöhnlich nicht so leicht fotografieren. Da das Foto im September nah am Wattenmeer entstanden ist, dürfte sie dort Rast gemacht haben und wie man auf Bild Nummer 3 sieht, konnte sie sich auch erfolgreich stärken

Der kam unerwartet

Es war im September letzten Jahres an Kleipütten am Wattenmeer, als uns dieser offensichtlich juvenile Falke überflog. Was auf den ersten Blick wie ein juv. Baumfalke wirkte, entpuppte sich bei genauerer Betrachtung dann doch als juv. Wanderfalke im 1. Kalenderjahr!

Die Merkmale, die am klarsten und diagnostisch sind: Die Unterschwanzdecken sind gestrichelt und vor allem sind auch die beiden mittleren Steuerfedern gebändert, selbst beim jungen Baumfalken sind diese stets ohne Bänderung.

Das führt zu der interessanten Frage, was ein Wanderfalke im Flachland an der Küste macht? Normalerweise mögen sie ja hohe Felslandschaften oder die moderne Alternative dazu: Großstädte mit Kühltürmen, Funktürmen, usw.

Die Antwort darauf beantwortet auch die Frage, warum der Wanderfalke WANDERfalke heißt: Nach der Flüggewerdung und Beendigung der Bettelflugphase, wandern junge Wanderfalken auf der Suche nach einem eigenen Revier weit umher. Man nennt das auch eine Zerstreuungswanderung bzw. Dispersion.

Allerdings sind Wanderfalken nicht die einzigen Vögel, bei denen der Nachwuchs im Herbst und Winter weit umher zieht, das machen bspw. auch einige Geier- und Möwenarten.

Beim Lüften

So kann man ihn öfter mal beobachten, wenn er sich ungestört fühlt: Der Kormoran steht da, die Flügel weit ausgebreitet und lässt sich durchlüften

Im Gegensatz zu anderen Vögeln und vor allem Wasservögeln, ist das Gefieder vom Kormoran wasserdurchlässig. Das ist neben seinen Schwimmhäuten auch der Hauptgrund dafür, warum er ein so exzellenter, schneller und guter Taucher ist, da das Gefieder unter Wasser nass gesaugt eng anliegt und wenig Widerstand bietet.

Der Nachteil ist offensichtlich: Mit nassem Gefieder lässt es sich schwer fliegen und so muss der Kormoran nach jedem Tauchgang das Gefieder trocknen. Auf dem letzten Foto sitzt einer auf einem hohen Pfosten. Als er nach einem Tauchgang wieder hinauf wollte, hat dieser es mit seinem nassen Gefieder leider nicht wieder hinauf geschafft und ist dann weiter im “Entenmodus” über das Gewässer geschippert.

Die Fotos sind an Kleipütten am Wattenmeer letzten September entstanden.

Wie ein zu heiß gewaschener Buntspecht

Das ist der Kleinspecht. Mit einer Flügelspannweite von gerade einmal 25-27cm, einer Körperlänge von 14-16cm und einem Gewicht von 18-22g entspricht er grob den Maßen eines Haussperlings! Ansonsten sieht man auch ohne den Größenvergleich einige Gefiedermerkmale, die ihn von anderen Buntspechten unterscheiden. Die rote Kappe tragen übrigens auch hier nur die Männchen – beim Weibchen ist sie schwarz.

Mit seinem winzigen Körper und kleineren Schnabel, braucht der Kleinspecht zum Anlegen von Höhlen unbedingt morsches Holz. Kein Wunder, dass er deswegen auch die Nähe von Auen und Gewässern bevorzugt, wo nicht nur viele Weichhhölzer wachsen, sondern abgestorbene Bäume auch gut vermodern und das Holz somit weich und leicht bearbeitbar wird. Dadurch sind seine Höhlen aber auch nicht so beständig wie bspw. die des Schwarzspechtes und halten meist auch nur eine Saison.

Auf den folgenden Fotos sieht man ein Kleinspechtmännchen auf der Nahrungssuche. Dazu pickt und stochert er in Astlöchern und morschem Holz herum. Auf Foto 1 sieht man wie ein Stück Holz wegfliegt. Auf Foto 4 kann man sehen wie er sich erfolgreich eine Insektenlarve aus dem Holz gepickt hat und auf dem letzten Foto sieht man ihn nochmal schön bei dem, was Spechte so gerne tun: Holz auf der Suche nach Insekten zerklopfen

Eine hübsche Drossel

Eine Drossel und ähnlich groß wie die bekannte Amsel, dabei aber wesentlich bunter und kontrastreicher gefärbt, ist die Wacholderdrossel. Wenn man sie sitzend sieht, ist sie unverwechselbar, aber auch im Flug kann man sie leicht erkennen: Neben der typischen Drosselgestalt (kugeliger Bauch und breite Flügel) und ihren Rufen, fallen beim Flügelschlag die weißen Unterflügeldecken und vor allem der hellgraue Bürzel, der einem je nach Licht, regelrecht ins Auge springt, auf.

Die Ernährung ist wie bei anderen Drosseln: Im Sommerhalbjahr überwiegend Insekten und Würmer, die auf dem Boden gejagt werden und ab Herbst und bis in den Winter hinein vor allem viele verschiedene Beeren & Früchte.

Auch beim Sabbern elegant

Selbst beim Wasserschlabbern schaut der mächtige Höckerschwan anmutig aus. Er erreicht wie auch der Seeadler eine Flügelspannweite von 2,10m-2,40m, ernährt sich dabei allerdings ausschließlich pflanzlich – von Wasserpflanzen und Gras. Um an die Wasserpflanzen heranzukommen, gründelt dieser Schwan in bis zu einem Meter Tiefe.