Auffallend bunt & exotisch

Die Mandarinente, hier das knallig bunte Männchen, ist eine Entenart, die ursprünglich in Asien beheimatet ist. Durch die Haltung als Ziervögel in Parks und an Teichen sowie Gefangenschaftsflüchtlingen, hat sich mittlerweile auch in Deutschland eine kleine Population etabliert. Dieses Individuum ist so etwas wie ein Stammgast an der Saale hier.

Mittlerweile ist auch mal ein Weibchen aufgetaucht, aber Herr Mandarinente war wohl schon zu lange alleine und hat die Zugehörigkeit zu seiner eigenen Spezies vergessen: Wie man sehen kann, schippert er unzertrennlich einer weiblichen Stockente hinterher.

Was für eine Ente ist denn das?

Ich könnte ja gemein sein und euch etwas rätseln lassen, aber kommen wir lieber gleich zur Auflösung: Ein Stockenten x Hausenten Hybride.

Generell sind alle Enten genetisch näher miteinander verwandt, als dies bei anderen Vögeln der Fall ist, so dass es häufiger als bei anderen Familien zu Hybridisierungen kommen kann. Der Häufigste Hybride, den man zu Gesicht bekommt, ist der aus einer Stockente mit einer Hausente hervorgehende Nachwuchs.
Nicht verwunderlich, denn als (domestizierte) Abkommen der Stockente, sind Hausenten genetisch noch ziemlich nah an den wilden Stockenten dran.


Dass wir es hier nicht mit leuzistischen Enten (Gendefekt, der die Entstehung farbbildender Zellen verhindert ) zu tun haben, erkennt man daran, dass nicht nur Weiß im Gefieder ist, wo keines sein sollte, sondern dass es auch andere Farbvariationen gibt, was bei Leuzismus nicht der Fall wäre.


Auf dem letzten Foto seht ihr (hinter der gewöhnlichen Stockente) noch einen zweiten Hybriden.

Blässhuhn Teil 2: Badespaß

Während wir uns bei solchen Temperaturen mit Baden noch schwer tun, ist das für Enten & Rallen kein Thema. So wie hier beim 2. Teil vom Blässhuhn, das gerade im Wasser plantscht.

Blässhuhn Teil 1: Ruhemodus

Man sagt, da wo es Wasser gibt, gibt es auch Blässhühner. Ein häufiger Gast an Seen und Teichen, der nichts mit Hühnern zu tun hat. Das Blässhuhn wird daher auch oft als Blässralle bezeichnet, weil es zur Familie der Rallen gehört. Ein anderer einigermaßen häufiger Vertreter dieser Gruppe wäre zum Beispiel das Teichhuhn.

Stockenten in Bewegung

Heute mal ein Vogel, den jeder kennt: Die Stockente beim Plantschen, im Flug und was sie sonst noch so treibt.


In der Nachbrutzeit (Juli/August) sieht man auf den ersten Blick immer nur “Weibchen” – das ist allerdings die Zeit, wo die Männchen sich an Mauserplätzen versammeln, um ihr Gefieder zu erneuern. In der Zeit tragen sie ihr Schlicht- bzw Ruhekleid und sehen wie die Weibchen aus. Unterscheiden kann man sie dennoch und zwar am Schnabel.

Junger Kormoran im Anflug

Heute mal wieder Fotos vom Kormoran. Dieses Mal ein jüngeres Individuum, zu erkennen am noch etwas bräunlichem Gefieder und dem weißen Bauchfleck, den einige Jungtiere noch im ersten bis zweiten Jahr haben.


Vögel im Flug sollte man natürlich sehr kurz belichten, bei der ganzen Reihe war ich bei 1/2.000s.

Was für ein Löffel!

Zugegeben, der Schnabel sieht schon etwas aus wie angeklebt und unpraktisch scheint er noch dazu. Die Rede ist natürlich von der Löffelente. Zumindest der letztere Punkt ist definitiv nicht zutreffend, wenn man schon einmal gesehen hat, wie effektiv Löffelenten damit die Wasseroberfläche nach Nahrung durchsieben können.


Als Zugvögel in unseren und ähnlichen Breiten, kann man vor allem im Winter Glück haben, Löffelenten auf der Durchreise beim Rasten zu sehen. Unser Brutbestand ist nämlich nicht so groß – Die Fotos stammen vom November ’20.


Die ersten Fotos zeigen das Männchen, die nachfolgenden das Weibchen.

In voller Pracht

Meine letzten Fotos von den Gänsesägern waren recht früh im Winter und dort trugen sie noch ihr Schlichtkleid. Die heutigen Fotos habe ich im Januar gemacht und dort haben sie zur anstehenden Balz bereits in Prachtkleid gemausert. Hier die alten Bilder, auf denen auch die Männchen ein fast exaktes Gefieder wie die Weibchen trugen.


Auch bei den Weibchen hat sich etwas getan: Ihre “Frisur” sieht nicht mehr ganz so aus, als hätten sie in eine Steckdose gegriffen
Übrigens: Gänsesäger sind nicht nur Höhlenbrüter, sondern brüten vor allem in Baumlöchern. Das würde man bei so großen Vögeln auf den ersten Blick sicher nicht vermuten.

Was Nilgänse so treiben

Heute gibt es noch einmal eine nette Bilderreihe der Nilgänse. Wie man hier gut sehen kann, bleiben Pärchen auch außerhalb der Brut meist zusammen.

Die unterschiedliche Färbung ist übrigens kein Geschlechterhinweis, sondern eine Variante der Morphe. Bis auf das letzte Bild, sind die Fotos nacheinander entstanden. Da sieht man, was die Nilgänse so treiben (wenn sie anderen Vögeln nicht gerade das Leben schwer machen): Mit lang gestrecktem Hals lustig hin- und herlaufen, etwas Wasser schlabbern und dann mit vollem Körpereinsatz ins Wasser plumpsen.

Das letzte Bild wurde dann im Abendlicht aufgenommen, als der Badetag für die beiden Gänse vorbei war.

Manche mögen ihn, manche nicht: Den Kormoran

Über unseren heutigen Gast kann man schwerlich etwas sagen, ohne dass bei einigen Leuten (Angler, Fischer) die Emotionen hochkochen. Auch sind leider immer noch eine Menge falscher Behauptungen unterwegs, damit räumen wir heute etwas auf, bevor wir uns ein anderes Mal näher mit der Biologie dieses interessanten Vogels beschäftigen.

Der Kormoran hat sich in der Vergangenheit, wie auch andere Arten (Fischadler, Graureiher, Fischotter), aufgrund der Tatsache unbeliebt gemacht, dass er Fisch frisst. Er wurde in der Vergangenheit noch intensiver bejagt als seine oben aufgeführten Leidensgenossen und aufgrund seiner Größe und Trägheit war er auch ein leichtes Opfer. So wurde er vor ca. 100 Jahren im Gebiet des heutigen Deutschlands im Prinzip ausgerottet. Mit dem Aufkommen des Natur- und Artenschutzes hat er sich hier wieder angesiedelt und vermehrt – was zu Unmut in Angler- und Fischerkreisen geführt hat (und noch führt) und diese die Ausrottung gerne vergessen und behaupten, er wäre hier noch nie heimisch gewesen.

Knochenfunde aus Mitteleuropa belegen zweifelsfrei, dass der Kormoran seit mindestens 7.000 Jahren hier heimisch war – bis zu seiner Ausrottung. Der einzige Grund, warum es nicht noch viel ältere Knochen gibt, ist ein Problem vor dem auch Naturkundemuseen stehen: Vogelknochen erhalten sich durch ihre fragile Bauweise nicht gut und lange.
Einige der heute noch lebenden Arten der Kormoranfamilie (Bei uns gibt es eine Art der Familie) gab es in fast gleicher Form sogar schon seit 5 Millionen Jahren. Wir Menschen können schwerlich Probleme mit Fischbeständen auf Arten schieben, die schon seit 5 Millionen Jahren in einer stabilen Räuber-Beute-Beziehung mit Fischen leben. Ein letzter Vergleich zum Schluss: Wir haben in Deutschland 80.000.000 Menschen, von denen die meisten Fisch und Fleisch essen und ca 24.000 Kormoranpaare (48.000) Individuen.