Kormoran

Manche mögen ihn, manche nicht: Den Kormoran

Über unseren heutigen Gast kann man schwerlich etwas sagen, ohne dass bei einigen Leuten (Angler, Fischer) die Emotionen hochkochen. Auch sind leider immer noch eine Menge falscher Behauptungen unterwegs, damit räumen wir heute etwas auf, bevor wir uns ein anderes Mal näher mit der Biologie dieses interessanten Vogels beschäftigen.

Der Kormoran hat sich in der Vergangenheit, wie auch andere Arten (Fischadler, Graureiher, Fischotter), aufgrund der Tatsache unbeliebt gemacht, dass er Fisch frisst. Er wurde in der Vergangenheit noch intensiver bejagt als seine oben aufgeführten Leidensgenossen und aufgrund seiner Größe und Trägheit war er auch ein leichtes Opfer. So wurde er vor ca. 100 Jahren im Gebiet des heutigen Deutschlands im Prinzip ausgerottet. Mit dem Aufkommen des Natur- und Artenschutzes hat er sich hier wieder angesiedelt und vermehrt – was zu Unmut in Angler- und Fischerkreisen geführt hat (und noch führt) und diese die Ausrottung gerne vergessen und behaupten, er wäre hier noch nie heimisch gewesen.

Knochenfunde aus Mitteleuropa belegen zweifelsfrei, dass der Kormoran seit mindestens 7.000 Jahren hier heimisch war – bis zu seiner Ausrottung. Der einzige Grund, warum es nicht noch viel ältere Knochen gibt, ist ein Problem vor dem auch Naturkundemuseen stehen: Vogelknochen erhalten sich durch ihre fragile Bauweise nicht gut und lange.
Einige der heute noch lebenden Arten der Kormoranfamilie (Bei uns gibt es eine Art der Familie) gab es in fast gleicher Form sogar schon seit 5 Millionen Jahren. Wir Menschen können schwerlich Probleme mit Fischbeständen auf Arten schieben, die schon seit 5 Millionen Jahren in einer stabilen Räuber-Beute-Beziehung mit Fischen leben. Ein letzter Vergleich zum Schluss: Wir haben in Deutschland 80.000.000 Menschen, von denen die meisten Fisch und Fleisch essen und ca 24.000 Kormoranpaare (48.000) Individuen.

Wenn sie gemütlich auf dem Wasser schippern, wirken sie richtig klein und entenhaft. Wenn sie dann versuchen ihren großen Körper in die Luft zu erheben, sieht es schon etwas schwerfällig aus. Kein Wunder, hat sich ihre Physiologie doch vor allem an die Jagd Unterwasser angepasst. Dort zeigen sie wahrlich unglaubliche Fähigkeiten:

Sie können locker eine halbe bis zu eineinhalb Minuten unter Wasser tauchen und dort eine Tiefe von bis zu 30m erreichen. Wenn sie auf Jagd gehen, sieht man sie dann an einer Stelle untertauchen, dann sind sie erst einmal weg und tauchen unvermittelt wieder ganz woanders wieder auf.

Hier zu sehen ist ein jüngeres Individuum, zu erkennen am noch etwas bräunlichem Gefieder und dem weißen Bauchfleck, den einige Jungtiere noch im ersten bis zweiten Jahr haben.


Vögel im Flug sollte man natürlich sehr kurz belichten, bei der ganzen Reihe war ich bei 1/2.000s.

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