Weiße Gartenfigur mit ausfahrbarem Hals ;)

Da steht er mit seinen langen Beinen oben auf der Kiefernspitze, der Silberreiher. Es sieht schon etwas ulkig aus, auch wenn man sich anschaut wie er den Hals anfangs zusammengefaltet hat und dann voll ausfährt

Silberreiher sind in Deutschland typische Wintergäste, mittlerweile mehren sich aber auch die Beobachtungen von Vögeln, die im Sommer hier bleiben und brüten. Sie sind dem Graureiher im Verhalten und Aussehen, vom Federkleid mal abgesehen, recht ähnlich, haben aber einen noch längeren Hals.

Anders als bei seiner nah verwandten trägt der Silberreiher im Prachtkleid keine lange Federtolle, weist aber einen anderen Unterschied auf: Der Schnabel ist schwarz und die Wachshaut (Zügel und Lidring) türkisfarben. Im Schlichtkleid, wie hier, ist der Schnabel dann wieder gelblich und die Wachshaut weist nur noch einen grünlichen Hauch auf.

Besondere Arten am Wattenmeer

Noch einmal ein letzter Blick zurück ans Wattenmeer. Die heutigen Fotos sind zwar nur okay, dafür gibt’s Besonderheiten zu sehen. Es geht los mit dem Großen Brachvogel:

Seinen Namen trägt er nicht ohne Grund: Er ist der größte der europäischen Watvögel und mit dem großen gebogenen Schnabel eine beeindruckende Erscheinung. Wunderschön sind auch seine markanten und melodischen Rufreihen.

Leider sieht man ihn oft, so wie hier, nur als Wintergast oder Durchzügler. Unsere einst großen Brutbestände sind mit der Intensivierung der Landwirtschaft und damit einhergehenden Trockenlegungen sowie immer öfter durchgeführten Mahden, auf einen Restbestand von nur noch 3.600-4.800 Brutpaaren geschrumpft.

Der nächste Vogel ist der Dunkle Wasserläufer:
Dieser brütet weit im europäischen Norden in der Tundra und kommt hier als Durchzügler oder an der Küster auch als Wintergast vorbei.

Wie man auch auf dem einen Foto sieht, stochert er nicht im Schlamm nach seiner Nahrung (Würmer, Mollusken, Fische), sondern hauptsächlich im flachen Wasser.

Das letzte Foto zeigt einen Trupp Weißwangengänse. Sie sind als Brutvogel ausgesprochen selten in Deutschland anzutreffen, im Winter aber vor allem Wattenmeer in großer Anzahl zu sehen. Ca. 40% des Weltbestandes sind dann am Wattenmeer als Wintergäste zu bestaunen.

Service mit Star: Essenslieferung für die Kids

Bei den Fotos im Mai waren die Stare noch mit der Fütterung ihrer Jungen beschäftigt, nun sind viele Richtung Mittelmeer unterwegs. Aber nicht alle, denn einige kann auch den Winter über bei uns beobachten. Es ist dann auch ihr Zugverhalten für welches die Stare so bekannt sind und es mutet magisch an wie sich diese zig tausende Individuen umfassenden Schwärme bewegen.

Auch in den USA kommt unser europäischer Star (Sturnus vulgaris) vor, zu verdanken hat er das Eugene Schieffelin. Er fand es seinerzeit (1890) eine tolle Idee europäische Vögel, die in Shakespear-Romanen vorkamen, in den USA auszusetzen. Dieses plötzliche Auftreten eines Neozoon, zudem eines solchen Opportunisten, hatte natürlich starke Auswirkungen auf die heimische Vogelwelt als auch die Landwirtschaft. Das Kuriose an der Geschichte ist: Während die Starenpopulation in den USA stets immer weiter massiv wuchs und er dort als Schädling gilt, nahm die europäische Population, also in der eigentlichen Heimat, massiv ab.

Die großen Schwärme im Spätsommer und Herbst täuschen leicht darüber hinweg, aber man darf nicht vergessen, dass man dort eben alle Vögel aus ganz Europa sieht. Mit 2,6-3,6 Millionen Brutpaaren in Deutschland ist die Bestandssituation hierzulande zwar bei weitem nicht kritisch, der Verlust von einer Million Brutpaaren in gerade mal zwei Jahrzehnten ist aber bedenklich.

Rotkäppchen im Wald an der Saale im Mai

Der Träger vom roten Käppchen ist in diesem Fall der Mittelspecht; die wirklich stark leuchtende und kräftige rote Kappe verrät auch das männliche Geschlecht; bei den Weibchen ist die rote Kappe auch da, aber nicht so farbintensiv.

Der Mittelspecht hat mit seinem, im Vergleich zu anderen Spechten, etwas kürzeren Schnabel bei der Nahrungssuche seine eigene Strategie entwickelt und schält weder Borken ab (Schwarzspecht) noch durchwühlt er Ameisenhaufen (Grünspecht) oder schlägt Löcher in Rinde und Stamm, um Insektenlarven zu finden (Schwarz- und Buntspecht), sondern sucht vor allem Bäume mit grober Borke, wie die Eiche, auf und stochert mit dem Schnabel in den Borkenritzen nach Insekten. Daher wird er auch als Stocherspecht bezeichnet.

Durch seinen Multifunktionsschnabel kann er im Gegensatz zu anderen Spechten auch Raupen und Blattläuse von Blättern und Ästen direkt auflesen. Im Frühjahr schleckert er auch gerne mal Baumsaft.

Aufgrund seiner Nahrungspräferenzen und der Vorliebe für alte, borkige Bäume, speziell Eichen, ist er nicht so häufig anzutreffen. Buchenwälder wären zwar auch ein geeignetes Habitat, da diese im ausgewachsenen Zustand ab ca 150 Jahren auch eine rissige und grobe Borke bekommen, aber in der Forstwirtschaft schon vorher gefällt werden.

Der Mittelspecht trommelt ebenso wie der Grünspecht ausgesprochen selten und fällt während der Balz eher durch seine Rufe auf. Diese kann man weniger als Gesang, viel mehr als Quäken und kindliches Gequengel interpretieren.