Sieht man nicht so oft und ist selten geworden: Der Wiesenpieper

Auch, wenn die Pieper recht große Ähnlichkeit mit einigen unserer Lerchen aufweisen, sind sie näher mit den Stelzen verwandt. Mit 36.000-57.000 Brutpaaren in Deutschland ist der Wiesenpieper ca 7x seltener als der nah verwandte Baumpieper.

Diese Wiesenpieper hier konnten wir im September am Wattenmeer sehen und waren zu einem großen Teil wahrscheinlich Vögel auf der Durchreise. Mit den Weideflächen auf den Deichen, Feuchtwiesen sowie Salzwiesen, gibt es vorm Wattenmeer viele passende Habitate für die Rast, aber auch für unsere Brutpopulation.

Als Lebensräume bevorzugen sie nämlich offene bis halboffene und strukturierte Landschaften wie Moore, Heiden, Weiden, Salzwiesen und Feuchtwiesen. Wiesenpieper sind in Europa eher Vögel des Nordens und treten südlich der Alpen immer seltener auf – außer bei der Überwinterung.

Quatschköpfe

Stare sind echte Spaßvögel: neben ihrem typischen Pfeifen und Rumgeknöter, lieben sie es Geräusche, die sie irgendwo aufgeschnappt und für gut befunden haben, wiederzugeben. Das sind sehr oft Vogelgeräusche, kann aber auch ansonsten alles mögliche sein. Quasi zum Standard-Repertoire der Imitationskünste gehört der Ruf des Mäusebussards.

Oft flattern sie beim Imitieren aufgeregt mit ihren kleinen Flügelchen, manchmal sitzen sie aber auch ruhig und weit abgespreizten Kehlfedern da. Folgend eine kleine Liste über Imitationen, die ich schon von Staren hören und eindeutig identifizieren konnte:

Vögel: Mäusebussard, Rotmilan Grünspecht, Buntspecht, Goldammer, Möwe, Amsel, Kohlmeise, Dohle, Kiebitz, Turmfalke, Pirol, Blässhuhn, Stockente, Rabenkrähe, Waldkauz, Mönchsgrasmücke,…

andere Geräusche: Mopedmotor (3 Stare zusammen), Froschquaken, Bremsgeräusch (Quitschen) vom Kran-Hub auf einem Industriegelände

(Fotos vom September ’21 am Wattenmeer)

Endlich hat’s geklappt: Kiebitz nah

Im September am Wattenmeer war klar, dass wir auch Kiebitze zu Gesicht bekommen würden – dass es dann so schön geklappt hat, war umso besser. Als Vogel, der ursprünglich die reich vorhanden Feuchtwiesen und Moore bewohnt hat, findet er dort ideale und mittlerweile selten gewordene Habitate zum Brüten, als auch zum Rasten. Die meisten Kiebitze sind nämlich Zugvögel und überwintern in den breiten des Mittelmeerraumes.

Dass bspw. in Emden die Tatsache von 93% Bestandsrückgang beim Kiebitz seit den 80ern genauso wenig ankam, wie das aktuelle Aussterben anderer Arten dieses Habitat-Typs oder es die Verantwortlichen einfach nicht interessiert, konnte man zuletzt deutlich sehen: Aus 77Ha wertvollen und mittlerweile seltenen Feuchtwiesen, soll das Neubaugebiet Conrebbersweg entstehen. Vom NABU gab es dafür den Negativpreis “Dinosaurier des Jahres”. Wie das mit deutschem und EU-Recht vereinbar sein soll, ist auch schwer nachzuvollziehen.

Als wären solche dauernden Lebensraumverluste nicht schon genug, hat der Kiebitz noch mit zig anderen menschengemachten Problemen zu kämpfen: -Intensive Landwirtschaft: brütet der Kiebitz auf Wiesen, überlebt die Brut die jährlich bis zu 5 oder 6 Mal stattfindende Mahd nicht; brütet er auf Ackerland, wird das Gelege von modernen Zuchtpflanzen in kürzester Zeit komplett dicht zugewachsen;

-Neozoene wie Waschbären sowie auch die mittlerweile extreme Anzahl von ca 20Mio Hauskatzen, bilden zu den bereits vorhanden natürlichen Bodenprädatoren (Fuchs bspw) einen unnatürlichen Prädationsdruck

-in Naturschutzgebieten oder Nationalparks, die die Möglichkeit zur Kiebitzbrut bieten, gibt es leider immer wieder uneinsichtige und unwissende Hundehalter, die ihre Hunde frei laufen lassen und damit die Brutpaare nachweisbar zum Brutabbruch zwingen

-wie im Beispiel erwähnt: massive Lebensraumverluste durch einen extremen Flächenverbrauch

Noch sind die Bestandszahlen ausreichend genug, um gegenzusteuern und eine genetische Vielfalt zu sichern. Bei anderen Arten ähnlicher Habitate ist es dafür, zumindest in Deutschland, schon zu spät geworden.

Hoppelpause

Da saß er saß er auf einer Weidewiese und harrte der Dinge: Der Feldhase

Seit den 70ern sind die Bestände stetig geschrumpft, zuletzt gab es jedoch seit langer Zeit eine leichte Erholung der Bestände. Die hakenschlagenden Hoppler können maximal ein Tempo von bis zu 70 Km/h erreichen!